(Kiel) Ver­mie­tet der Steu­er­pflich­ti­ge eine Ein­lie­ger­woh­nung als Home­of­fice an sei­nen Arbeit­ge­ber für des­sen betrieb­li­che Zwe­cke, kann er Wer­bungs­kos­ten nur gel­tend machen, wenn eine objekt­be­zo­ge­ne Pro­gno­se die erfor­der­li­che Über­schuss­erzie­lungs­ab­sicht belegt, wie der Bun­des­fi­nanz­hof soeben ent­schie­den hat.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Pres­se­mit­te­lung des BFH vom 20.08.2018 zu sei­nen Urtei­len vom 17. April 2018 — IX R 917.

Nach der BFH-Recht­spre­chung wird bei der Ver­mie­tung zu gewerb­li­chen Zwe­cken die Absicht des Steu­er­pflich­ti­gen, auf Dau­er einen Über­schuss der Ein­nah­men über die Aus­ga­ben erzie­len zu wol­len, nicht ver­mu­tet. Die zweck­ent­frem­de­te Ver­mie­tung von Wohn­raum an den Arbeit­ge­ber zu des­sen betrieb­li­chen Zwe­cken hat der BFH nun erst­mals als Ver­mie­tung zu gewerb­li­chen Zwe­cken beur­teilt. Er wider­spricht inso­weit der Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung (Schrei­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen vom 13. Dezem­ber 2005 IV C 3-S 2253−112÷05, BSt­Bl I 2006, 4).

Die Klä­ger sind Eigen­tü­mer eines Gebäu­des, das sie im Ober­ge­schoss selbst bewoh­nen. Eine Ein­lie­ger­woh­nung mit Büro, Bespre­chungs­raum, Küche und Bad/WC im Erd­ge­schoss ver­mie­te­ten sie als Home­of­fice des Klä­gers für 476 € monat­lich an des­sen Arbeit­ge­ber. Der Miet­ver­trag war zeit­lich an den Arbeits­ver­trag des Klä­gers und an die Wei­sung des Arbeit­ge­bers gebun­den, die Tätig­keit in die­sen Büro­räu­men zu betrei­ben. Die Klä­ger mach­ten aus der Ver­mie­tung einen Wer­bungs­kos­ten­über­schuss in Höhe von 29.900 € gel­tend. Ent­hal­ten waren hier­in Auf­wen­dun­gen in Höhe von 25.780 € für die behin­der­ten­ge­rech­te Reno­vie­rung des Bade­zim­mers mit Dusche und Bade­wan­ne. Das Finanz­amt ließ die Reno­vie­rungs­kos­ten nicht zum Abzug zu. Das Finanz­ge­richt (FG) hat der Kla­ge teil­wei­se statt­ge­ge­ben.

Dem­ge­gen­über hob der BFH das Urteil des FG auf und ver­wies die Sache an das FG zurück. Auf­grund der im Miet­ver­trag ver­ein­bar­ten Nut­zung han­de­le es sich nicht um die Ver­mie­tung von Wohn­raum, son­dern (zweck­ent­frem­det) um die Ver­mie­tung zu gewerb­li­chen Zwe­cken, da die Räu­me dem Arbeit­ge­ber zur aus­schließ­li­chen Erfül­lung von des­sen betrieb­li­chen Zwe­cken über­las­sen wur­den und der Klä­ger hin­sicht­lich der Nut­zung dem Wei­sungs­recht sei­nes Arbeit­ge­bers unter­lag. Zu berück­sich­ti­gen war dabei auch die Kop­pe­lung des Miet­ver­tra­ges an das Bestehen des Dienst­ver­hält­nis­ses. Das FG muss nun noch fest­stel­len, ob der Klä­ger einen Gesamt­über­schuss erzie­len konn­te.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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