(Kiel) Ren­ten­be­ra­ter sind nicht frei­be­ruf­lich i.S.d. § 18 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) tätig, son­dern erzie­len gewerb­li­che Ein­künf­te, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) soeben ent­schie­den hat.

Danach üben Ren­ten­be­ra­ter weder einen dem Beruf des Rechts­an­wal­tes oder Steu­er­be­ra­ters ähn­li­chen Beruf aus (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG) noch erzie­len sie Ein­künf­te aus selb­stän­di­ger Arbeit gem. § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Pres­se­mit­te­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 16.08.2019 zu sei­nen Urtei­len vom 7. Mai 2019 — VIII R 2/16 und VIII R 26/16.

In den Streit­fäl­len waren die Klä­ge­rin­nen als Ren­ten­be­ra­te­rin­nen tätig. Sie waren als sol­che im Rechts­dienst­leis­tungs­re­gis­ter regis­triert, ver­füg­ten aber nicht über eine Zulas­sung als Rechts­an­wäl­tin oder Steu­er­be­ra­te­rin. Die zustän­di­gen Finanz­äm­ter sahen die Tätig­keit der Klä­ge­rin­nen als gewerb­lich an und setz­ten Gewer­be­steu­er fest. Die hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­gen blie­ben ohne Erfolg.

Der BFH hat die Vor­ent­schei­dun­gen jetzt bestä­tigt. Es feh­le – so der BFH — an den Vor­aus­set­zun­gen für die Annah­me einer selb­stän­di­gen Tätig­keit gem. § 18 EStG, so dass gewerb­li­che Ein­künf­te (§ 15 EStG) vor­lie­gen.

Nach dem Urteil des BFH ist die Tätig­keit der Klä­ge­rin­nen kei­nem der in § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG genann­ten Kata­log­be­ru­fe – ins­be­son­de­re nicht dem des Rechts­an­walts oder Steu­er­be­ra­ters – ähn­lich. Bei der Prü­fung, ob eine Berufs­tä­tig­keit der eines Kata­log­be­rufs ähn­lich ist, sei auf die Ähn­lich­keit mit einem der genann­ten Kata­log­be­ru­fe, z.B. dem des Rechts­an­walts oder Steu­er­be­ra­ters, abzu­stel­len. In den Streit­fäl­len fehl­te es an der für die Annah­me einer sol­chen Ähn­lich­keit not­wen­di­gen Ver­gleich­bar­keit von Aus­bil­dung und aus­ge­üb­ter Tätig­keit. Der Umstand, dass die Klä­ge­rin­nen eine Tätig­keit aus­üb­ten, die auch von Rechts­an­wäl­ten wahr­ge­nom­men wer­de, begrün­de kei­ne Ähn­lich­keit zu die­sem Beruf.

Dar­über hin­aus erziel­ten die Klä­ge­rin­nen auch kei­ne Ein­künf­te aus sons­ti­ger selb­stän­di­ger Arbeit gem. § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG. Ihre Tätig­kei­ten waren im Schwer­punkt bera­ten­der Natur. Sie übten kei­ne selb­stän­di­ge fremd­nüt­zi­ge Tätig­keit in einem frem­den Geschäfts­kreis aus, wie es für die gesetz­li­chen Regel­bei­spie­le der Tes­ta­ments­voll­stre­cker, Ver­mö­gens­ver­wal­ter oder Auf­sichts­rats­mit­glied prä­gend ist.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
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