(Kiel) Die Besteue­rung der Pri­vat­nut­zung von Taxen erfolgt auf der Grund­la­ge des all­ge­mei­nen Lis­ten­prei­ses, nicht aber nach beson­de­ren Her­stel­ler­preis­lis­ten für Taxen und Miet­wa­gen.

Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) soeben zur Anwen­dung der sog. 1 %-Rege­lung ent­schie­den. Lis­ten­preis ist dabei nur der Preis, zu dem ein Steu­er­pflich­ti­ger das Fahr­zeug als Pri­vat­kun­de erwer­ben könn­te.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Pres­se­mit­te­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 6.03.2019 zu sei­nem Urteil vom 8. Novem­ber 2018 — III R 13/16.

In dem vom BFH beur­teil­ten Fall nutz­te der Klä­ger sein Taxi nicht nur für sein Taxi­un­ter­neh­men, son­dern auch pri­vat. Ein­kom­men­steu­er­recht­lich ent­schied er sich für die sog. 1 %-Rege­lung, d.h. er ver­steu­er­te für die Pri­vat­nut­zung monat­lich 1 % des Lis­ten­prei­ses gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes. Maß­geb­lich ist dabei der inlän­di­sche Lis­ten­preis im Zeit­punkt der Erst­zu­las­sung zuzüg­lich der Kos­ten für Son­der­aus­stat­tung ein­schließ­lich Umsatz­steu­er. Im Streit­fall leg­te der Klä­ger den Brut­to­lis­ten­preis aus einer vom Her­stel­ler her­aus­ge­ge­be­nen Preis­lis­te für Taxen und Miet­wa­gen zugrun­de. Das Finanz­amt war jedoch der Ansicht, dass der höhe­re, mit Hil­fe der Fahr­zeug-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer abge­frag­te Lis­ten­preis her­an­zu­zie­hen sei. Im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren hat­te der Klä­ger zunächst Erfolg.

Der BFH hob das Urteil des Finanz­ge­richts auf und ent­schied, dass der für die 1 %-Rege­lung maß­geb­li­che Lis­ten­preis der­je­ni­ge ist, zu dem ein Steu­er­pflich­ti­ger das Fahr­zeug als Pri­vat­kun­de erwer­ben könn­te. Denn der im Gesetz erwähn­te Lis­ten­preis soll nicht die Neu­an­schaf­fungs­kos­ten und auch nicht den gegen­wär­ti­gen Wert des Fahr­zeugs abbil­den, viel­mehr han­delt es sich um eine gene­ra­li­sie­ren­de Bemes­sungs­grund­la­ge für die Bewer­tung der Pri­vat­nut­zung eines Betriebs-Pkw.

Das Urteil betrifft einen Taxi­un­ter­neh­mer. Es hat dar­über hin­aus auch Bedeu­tung für alle Son­der­preis­lis­ten mit Son­der­ra­bat­ten, die ein Fahr­zeug­her­stel­ler bestimm­ten Berufs­grup­pen gewährt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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