(Kiel) Auf­wen­dun­gen für Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de und Haus­rat für eine im Rah­men einer dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung genutz­ten Woh­nung fal­len nicht unter die Höchst­be­trags­be­gren­zung von 1.000 € und sind daher grund­sätz­lich in vol­lem Umfang als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar.

Das, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Pres­se­mit­te­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 6.06.2019, hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 4. April 2019 (Az. VI R 18/17) zu § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung ent­schie­den.

Im Streit­fall hat­te der Klä­ger eine beruf­lich ver­an­lass­te dop­pel­te Haus­halts­füh­rung begrün­det. Auf­wen­dun­gen für die Mie­te nebst Neben­kos­ten sowie Anschaf­fungs­kos­ten für die Ein­rich­tung mach­te er als Wer­bungs­kos­ten gel­tend. Das Finanz­amt erkann­te die Auf­wen­dun­gen nur in Höhe von 1.000 € je Monat an, da die Abzugs­fä­hig­keit der Kos­ten für die Unter­kunft nach der Neu­fas­sung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2004 auf die­sen Höchst­be­trag begrenzt sei. Dem wider­sprach das Finanz­ge­richt (FG). Die Kos­ten der Ein­rich­tung (Abset­zung für Abnut­zung auf ange­schaff­te Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de und Auf­wen­dun­gen für gering­wer­ti­ge Wirt­schafts­gü­ter) sei­en kei­ne Kos­ten der Unter­kunft und sei­en daher nicht mit dem Höchst­be­trag abge­gol­ten. Da die übri­gen Kos­ten den Höchst­be­trag nicht über­schrit­ten hät­ten, sei­en die Auf­wen­dun­gen in vol­ler Höhe abzugs­fä­hig.

Der BFH bestä­tig­te die FG-Ent­schei­dung. Gemäß § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG sind nur die Kos­ten der Unter­kunft auf den Höchst­ab­zugs­be­trag von 1.000 € gede­ckelt. Davon sind aber Auf­wen­dun­gen für Haus­halts­ar­ti­kel und Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de nicht umfasst, da die­se nur für deren Nut­zung und nicht für die Nut­zung der Unter­kunft getä­tigt wer­den. Die Nut­zung der Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de ist nicht mit der Nut­zung der Unter­kunft als sol­cher gleich­zu­set­zen. Der­ar­ti­ge Auf­wen­dun­gen sind daher –soweit sie not­wen­dig sind– ohne Begren­zung der Höhe nach abzugs­fä­hig.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel: 0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de