(Kiel) Bringt der Gesell­schaf­ter einer Per­so­nen­ge­sell­schaft ein Wirt­schafts­gut gegen Gut­schrift eines Betrags aus­schließ­lich auf dem soge­nann­ten Kapi­tal­kon­to II in die Gesell­schaft ein, ist die­ser Vor­gang nach einem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) als Ein­la­ge und nicht als ent­gelt­li­ches Geschäft zu behan­deln.

Damit hat der BFH eine schon lan­ge strei­ti­ge Fra­ge geklärt und dabei aus­drück­lich der Rechts­auf­fas­sung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen wider­spro­chen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 3.02.2016 zu sei­nem Urteil vom 29. Juli 2015 — IV R 1514.

Im Urteils­fall hat­te ein Land­wirt den Abbau eines Boden­schat­zes auf einem eige­nen Grund­stück durch eine eigens dafür gegrün­de­te Per­so­nen­ge­sell­schaft vor­ge­nom­men. Er über­trug das Grund­stück aus sei­nem land­wirt­schaft­li­chen Betrieb auf die Gesell­schaft, eine GmbH & Co. KG, und erhielt dafür eine Gut­schrift auf dem Kapi­tal­kon­to II. Wel­chen Anteil der Gesell­schaf­ter am Ver­mö­gen der Gesell­schaft hat­te und wel­che Gewinn­be­zugs- und Stimm­rech­te ihm zustan­den, ergab sich allein aus dem Kapi­tal­kon­to I. Dar­aus fol­ger­te der BFH, dass der Gesell­schaf­ter kei­ne Gegen­leis­tung für die Ein­brin­gung des Grund­stücks erhal­ten habe, auch nicht in Gestalt von Gesell­schafts­rech­ten. Die Gesell­schaft war –gestützt auf ver­öf­fent­lich­te Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen– der Mei­nung, auch das Kapi­tal­kon­to II wei­se Gesell­schafts­rech­te aus, so dass sie das Grund­stück und den Boden­schatz ent­gelt­lich erwor­ben habe und auf die Anschaf­fungs­kos­ten des Boden­schat­zes bei des­sen Abbau Abschrei­bun­gen vor­neh­men kön­ne. Das Finanz­amt (FA) teil­te zwar die Auf­fas­sung, dass ein ent­gelt­li­cher Erwerb statt­ge­fun­den habe, lehn­te aber die Abschrei­bung aus ande­ren Grün­den ab. Im Ergeb­nis bestä­tig­te der BFH das FA, stütz­te die Ver­sa­gung der Abschrei­bung aber auf das Feh­len von Anschaf­fungs­kos­ten. Ein­brin­gun­gen in Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten gegen Buchung auf einem Gesell­schaf­ter­kon­to sind danach nur dann ent­gelt­li­che Vor­gän­ge, wenn ein Kapi­tal­kon­to ange­spro­chen wird, das Maß­stab für die Antei­le des Gesell­schaf­ters am Ver­mö­gen, am Gewinn oder an den Stimm­rech­ten ist (in der Regel Kapi­tal­kon­to I) oder das For­de­run­gen oder Ver­bind­lich­kei­ten zwi­schen Gesell­schaf­ter und Gesell­schaft aus­weist.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
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