(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass Ärz­te, die die vor­ge­ge­be­nen Richt­grö­ßen für die Ver­schrei­bung von Arz­nei-, Ver­band- und Heil­mit­teln um mehr als 25 % über­schrei­ten, Rück­stel­lun­gen für Hono­rar­rück­for­de­run­gen der Kran­ken­kas­sen bil­den dür­fen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 6.05.2015 zu sei­nem Urteil vom 5. Novem­ber 2014 — VIII R 1312.

Zwei Ärz­te, die eine Gemein­schafts­pra­xis betrie­ben, hat­ten in ihrem Jah­res­ab­schluss Rück­stel­lun­gen für (unge­wis­se) Hono­rar­rück­for­de­run­gen der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung (KÄV) gebil­det, weil sie die Ver­schrei­bungs­richt­grö­ßen pro Quar­tal um 216 %, 198 %, 169 % und 195 % über­schrit­ten hat­ten. Das Finanz­amt hat­te die­se Rück­stel­lun­gen gewinn­er­hö­hend auf­ge­löst, die dage­gen erho­be­ne Kla­ge war erfolg­los geblie­ben.

Der BFH gab den Ärz­ten dem Grun­de nach Recht. Nach dem Sozi­al­ge­setz­buch sei bei einer Über­schrei­tung des Richt­grö­ßen­vo­lu­mens für Ver­schrei­bun­gen um mehr als 25 % nach Fest­stel­lung durch den Prü­fungs­aus­schuss eine Rück­for­de­rung in Höhe des Mehr­auf­wan­des der Kran­ken­kas­se gesetz­lich vor­ge­ge­ben. Die­ses Über­schrei­ten der Richt­grö­ßen habe die Wir­kung eines Anscheins­be­wei­ses für die Unwirt­schaft­lich­keit der Ver­ord­nungs­wei­se, gegen­über dem sich die Ärz­te hät­ten ent­las­ten müs­sen. Dies genü­ge ange­sichts des ein­ge­lei­te­ten Prüf­ver­fah­rens, um eine Rück­zah­lungs­ver­pflich­tung als hin­rei­chend wahr­schein­lich anzu­se­hen, auch wenn der Inan­spruch­nah­me ein struk­tu­rier­tes Ver­fah­ren (Hin­wir­ken auf eine Ver­ein­ba­rung, förm­li­che Fest­stel­lung des Ver­sto­ßes gegen das Wirt­schaft­lich­keits­ge­bot, Anhö­rung der betrof­fe­nen Ärz­te) vor­ge­schal­tet gewe­sen sei.

Der BFH konn­te jedoch nicht abschlie­ßend ent­schei­den, weil das Finanz­ge­richt auf der Grund­la­ge sei­ner abwei­chen­den Rechts­auf­fas­sung nicht geprüft hat­te, ob die im Streit­fall zu bil­den­de Rück­stel­lung der Höhe nach zutref­fend bemes­sen war. Die­se Prü­fung ist im zwei­ten Rechts­gang nach­zu­ho­len.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel: 0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de