(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass bei Aus­schei­den eines Mit­un­ter­neh­mers aus einer gewerb­lich täti­gen Mit­un­ter­neh­mer­schaft mit abwei­chen­dem Wirt­schafts­jahr der Gewinn in dem Kalen­der­jahr des Aus­schei­dens bezo­gen ist; § 4a Abs. 2 Nr. 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) sei auf den aus­schei­den­den Mit­un­ter­neh­mer nicht anwend­bar.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 20. Okto­ber 2010 ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 18. August 2010 — X R 807.

Der Klä­ger war Gesell­schaf­ter einer OHG, deren Wirt­schafts­jahr vom 1. März bis 28. Febru­ar des Fol­ge­jah­res lief. Mit Ver­trag vom 15. Dezem­ber 2003 brach­te der Klä­ger sei­ne Betei­li­gung an der OHG mit Wir­kung vom 2. Dezem­ber 2003 in eine Stif­tung ein und schied als Gesell­schaf­ter bei der OHG aus. Den bis zum 2. Dezem­ber 2003 erziel­ten Gewinn­an­teil erfass­te das Finanz­amt im Ein­kom­men­steu­er­be­scheid 2003.

Der BFH hob die statt­ge­ben­de Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts auf und wies die Kla­ge ab, so Pas­sau.

Zwar gel­te gemäß § 4a Abs. 2 Nr. 2 EStG bei Gewer­be­trei­ben­den der Gewinn des Wirt­schafts­jah­res als in dem Kalen­der­jahr bezo­gen, in dem das Wirt­schafts­jahr ende. § 4a Abs. 2 Nr. 2 EStG tref­fe aber kei­ne Zuwei­sungs­ent­schei­dung für Gewin­ne von Mit­un­ter­neh­mern, die wäh­rend des abwei­chen­den Wirt­schafts­jah­res aus der Mit­un­ter­neh­mer­schaft aus­schie­den. Deren Gewin­ne sei­en daher im Jahr des Aus­schei­dens zu erfas­sen. Der “Gewinn­ermitt­lungs­zeit­raum” für den ein­zel­nen Mit­un­ter­neh­mer wer­de durch den “Ein­kunfts­er­zie­lungs­zeit­raum” bestimmt, der durch die Dau­er der Betei­li­gung begrenzt sei und der für den im Lauf des Wirt­schafts­jah­res aus­schei­den­den Mit­un­ter­neh­mer mit des­sen Aus­schei­den ende. Die­se Auf­fas­sung ent­spre­che auch der Recht­spre­chung des IV. Senats.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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