(Kiel) Die Zins­er­trä­ge aus einer vom Steu­er­pflich­ti­gen vor Ablauf von 12 Jah­ren gekün­dig­ten Lebens­ver­si­che­rung sind unbe­scha­det des Grun­des, der zur Kün­di­gung geführt hat, ein­kom­men­steu­er­pflich­tig nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG.

Dar­auf ver­weist der der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, auf­grund viel­fach bestehen­der Unsi­cher­hei­ten noch­mals unter Hin­weis auf ein Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts vom 18.11.2008 (12 K 10521/05).

In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall hat­ten die Klä­ger die bestehen­de Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung bereits nach 10 Jah­ren und 7 Mona­ten gekün­digt und nicht die für eine Steu­er­be­frei­ung gesetz­lich erfor­der­li­chen zwölf Jah­re abge­war­tet. Dem Ver­si­che­rer habe zum Zeit­punkt der Kün­di­gung die Insol­venz gedroht.  Dass der Bestand des insol­ven­ten Ver­si­che­rers sodann von der XY AG über­nom­men wor­den sei, sei zum Zeit­punkt der Ver­trags­kün­di­gung durch den Klä­ger kei­nes­wegs sicher gewe­sen. Gleich­wohl hat­te das Finanz­amt die wäh­rend der gesam­ten Lauf­zeit ange­fal­le­nen Zin­sen in vol­ler Höhe als Ein­nah­me aus Kapi­tal­ver­mö­gen ver­steu­ert, wo gegen sich die Kla­ge rich­te­te.

Die sei aller­dings zu Recht erfolgt, belehr­te das Finanz­ge­richt die Klä­ger, so Pas­sau.

Zin­sen aus den Spar­an­tei­len, die in den Bei­trä­gen zu Ver­si­che­run­gen auf den Erle­bens- oder Todes­fall ent­hal­ten sind, sei­en nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 1 EStG steu­er­pflich­tig. Nach Satz 2 der Vor­schrift gel­te dies nur dann nicht für Zin­sen aus Ver­si­che­run­gen, die mit Bei­trä­gen ver­rech­net oder im Ver­si­che­rungs­fall oder im Fall des Rück­kaufs des Ver­tra­ges nach Ablauf von 12 Jah­ren seit dem Ver­trags­schluss aus­ge­zahlt wer­den. Dies sei hier unstrei­tig nicht der Fall. In die­sem Zusam­men­hang sei auch uner­heb­lich, aus wel­chen Grün­den her­aus die Kün­di­gung durch den Steu­er­pflich­ti­gen erfolg­te. Denn eine Dif­fe­ren­zie­rung des Ein­tritts der Steu­er­pflicht ent­spre­chen­der Zin­sen danach, wer/aus wel­chem Grund die Kün­di­gung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges letzt­lich ver­an­lasst bzw. aus­ge­spro­chen hat, sei im Gesetz nicht vor­ge­se­hen. Inso­weit sei allein der zeit­li­che Fak­tor, näm­lich das Bestehen des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges über einen Zeit­raum von mehr als zwölf Jah­ren bzw. die Aus­zah­lung der Ver­si­che­rungs­sum­me nach Ablauf die­ses Zeit­raums, für die Fra­ge der Steu­er­frei­heit maß­ge­bend.

Pas­sau emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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