(Kiel) Zah­lun­gen, die eine Stif­tung an die nach ihrer Sat­zung begüns­tig­ten Per­so­nen leis­tet, gehö­ren nicht zu den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die am 28.01.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Finanz­ge­richts (FG) Ber­lin-Bran­den­burg vom 16. Sep­tem­ber 2009, Az.: 8 K 925007.

Im Streit­fall hat­te eine 1895 von einem Guts­be­sit­zer errich­te­te Fami­li­en­stif­tung, die nach ihrer Sat­zung unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen Ren­ten an die ehe­li­chen männ­li­chen Abkömm­lin­ge der Fami­lie zu leis­ten hat­te, ent­spre­chen­de Zah­lun­gen an Fami­li­en­mit­glie­der geleis­tet. Das Finanz­amt ver­lang­te dafür die Abga­be einer Kapi­tal­ertrag­steu­er­an­mel­dung und nahm die Stif­tung, nach­dem die­se sich  gewei­gert hat­te, eine sol­che ein­zu­rei­chen, für die abzu­füh­ren­de Kapi­tal­ertrag­steu­er — als Vor­aus­zah­lung auf die Ein­kom­men­steu­er­schuld der Zah­lungs­emp­fän­ger — in  Haf­tung.

Dazu war das Finanz­amt jedoch nicht berech­tigt, befand nun das Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in der, soweit ersicht­lich, ers­ten Gerichts­ent­schei­dung zu die­ser im juris­ti­schen Schrift­tum umstrit­te­nen Fra­ge, betont Pas­sau.

Kapi­tal­ertrag­steu­er sei nur dann ein­zu­be­hal­ten, wenn die zugrun­de­lie­gen­den Zah­lun­gen bei den Zah­lungs­emp­fän­gern Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen dar­stell­ten. Das sei bei den Zah­lun­gen der Stif­tung indes nicht der Fall. Zu den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen gehö­ren nach Ansicht des Gerichts nicht jeg­li­che Leis­tun­gen einer Kör­per­schaft, son­dern nur sol­che, die ihrer Natur nach Gewinn­be­tei­li­gun­gen auf­grund einer ver­mö­gens­mä­ßi­gen Betei­li­gung an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft, also Gewinn­aus­schüt­tun­gen, ver­gleich­bar sei­en. Die Desti­na­tä­re einer Stif­tung sind an die­ser aber nicht ver­mö­gens­mä­ßig betei­ligt, denn eine Stif­tung ist eine recht­lich ver­selb­stän­dig­te Ver­mö­gens­mas­se, an der eine Betei­li­gung nicht bestehen kann.

Die Finanz­ver­wal­tung hat Revi­si­on gegen das Urteil ein­ge­legt (Akten­zei­chen des BFH I R 9809).

Pas­sau emp­fahl, das Urteil und den Fort­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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