(Kiel) In einem am 20.08.2009 ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Finanz­ge­richts (FG) Düs­sel­dorf  hat die­ses über die anzu­set­zen­de Ver­tei­lung der  Umsatz­steu­er­sät­ze bei dem Ver­kauf von Spei­sen zum Ver­zehr an Ort und Stel­le oder zur Lie­fe­rung außer Haus ent­schie­den. (Az.: 13 K 253001 U).

In dem Ver­fah­ren, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, strit­ten die Betei­lig­ten über die Auf­tei­lung der Umsät­ze für den Ver­kauf von Spei­sen einer­seits zum Ver­zehr an Ort und Stel­le und ande­rer­seits zur Lie­fe­rung außer Haus, wobei die Klä­ge­rin einen Imbiss in einem Ein­kaufs­zen­trum betrieb.

Das Finanz­amt ging nach einer Umsatz­steu­er-Son­der­prü­fung davon aus, dass die Abga­be von Spei­sen mit einem Umsatz­an­teil von 90 v. H. dem Regel­steu­er­satz (Abga­be von Spei­sen zum Ver­zehr an Ort und Stel­le) und nur mit 10 v. H. dem ermä­ßig­te Steu­er­satz (Lie­fe­rung außer Haus) zu unter­wer­fen sei, wäh­rend die Klä­ge­rin von einem deut­lich höhe­ren Anteil der Außer­haus­ver­käu­fe und damit einer gerin­ge­ren Ver­steue­rung aus­ge­hen woll­te.

Die­ser Auf­fas­sung, so Pas­sau, folg­te das Finanz­ge­richt jedoch hier nicht und bestä­ti­ge die Ver­an­la­gung des Finanz­am­tes.

Die stich­pro­be­wei­se durch­ge­führ­ten Über­prü­fun­gen des Finanz­am­tes hät­ten hier erge­ben, dass in fast allen Fäl­len der Ver­zehr an Ort und Stel­le statt­ge­fun­den und nur ein gerin­ger Anteil der Kun­den eine Ver­pa­ckung — also die Mit­nah­me — der Spei­sen gewünscht habe. Im Hin­blick dar­auf sei die vom Finanz­amt vor­ge­nom­me­ne Schät­zung ins­be­son­de­re nicht „will­kür­lich”, son­dern tra­ge den ört­li­chen Gege­ben­hei­ten und der Dar­rei­chungs­form der Spei­sen Rech­nung und beru­he auch auf tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen des Beklag­ten vor Ort

Auch der eige­ne Vor­trag der Klä­ge­rin, wonach sie über­wie­gend klei­ne Por­tio­nen in Form von Pom­mes fri­tes ver­kauft habe, deu­te dar­auf hin, dass im Wesent­li­chen ganz über­wie­gend Spei­sen zum Ver­zehr an Ort und Stel­le abge­ge­ben wur­den. Denn bei klei­nen Por­tio­nen Pom­mes fri­tes dar­ge­reicht — wie die Prü­fer fest­stell­ten — in Papier­tü­ten oder Papp­scha­len lie­ge das Erfor­der­nis des sofor­ti­gen bzw. als­bal­di­gen Ver­zehrs an Ort und Stel­le wegen des raschen Erkal­tens der Spei­se auf der Hand. Hier­von sei ins­be­son­de­re schon im Hin­blick auf die feh­len­de wär­me­iso­lie­ren­de Ver­pa­ckung aus­zu­ge­hen.

Eine Mit­nah­me der Spei­sen und Geträn­ke ent­spre­chend dem Ver­kauf über die Stra­ße, bei dem die Kun­den die Spei­sen und Geträn­ke in der Regel mit nach Hau­se oder zur Arbeits­stel­le mit­neh­men, sei hier des­halb gera­de nicht erfolgt, sodass 90 v. H. der getä­tig­ten Umsät­ze hier mit dem vol­len Umsatz­steu­er­satz zu ver­steu­ern sei­en.

Pas­sau emp­fahl, die unter­schied­li­chen Steu­er­sät­ze und die Vor­aus­set­zun­gen dafür zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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