(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass die Umsatz­be­steue­rung der pri­va­ten Nut­zung eines dem Unter­neh­men zuge­ord­ne­ten PKW ent­we­der pau­schal in Anleh­nung an die ertrag­steu­er­li­che sog. 1 %-Rege­lung oder aber nach den tat­säch­li­chen Kos­ten durch­zu­füh­ren ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 22. Sep­tem­ber 2010 ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH)  vom 19. Mai 2010 — XI R 3208.

Die nicht­un­ter­neh­me­ri­sche Nut­zung eines zum Unter­neh­men gehö­ren­den PKW unter­liegt der Umsatz­steu­er. Bemes­sungs­grund­la­ge für die Steu­er sind grund­sätz­lich die antei­lig auf die Pri­vat­nut­zung ent­fal­len­den Kos­ten, soweit sie zum Abzug von Vor­steu­ern berech­tigt haben. Aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den gestat­tet es die Finanz­ver­wal­tung aber, den zu ver­steu­ern­den Betrag in Anleh­nung an die ertrag­steu­er­lich zuläs­si­ge 1 %-Metho­de zu ermit­teln. Nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) wird monat­lich 1 % des Lis­ten­prei­ses des PKW als Ent­nah­me behan­delt.

Im Streit­fall hat­te eine Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR) für die pri­va­te Kfz-Nut­zung ihres Gesell­schaf­ters bei der Umsatz­steu­er eine unent­gelt­li­che Wert­ab­ga­be (frü­her: Eigen­ver­brauch) in Höhe von 823,19 € erklärt, die sie wie folgt ermit­telt hat­te: Ertrag­steu­er­recht­li­cher Wert der Nut­zungs­ent­nah­me nach der sog. 1 % Rege­lung des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG (hier: Lis­ten­preis in Höhe von 66.410 € x 1 % x 12 Mona­te = 7.969,20 €) x 64,56 % = 5.144,91 € x 16 % Umsatz­steu­er (das war der im Streit­jahr 2003 gel­ten­de Regel­steu­er­satz) = 823,19 €. Der dabei ange­setz­te Pro­zent­satz von 64,56 folg­te aus einer Auf­stel­lung der kon­kret ent­stan­de­nen PKW-Kos­ten nach sol­chen, die vor­steu­er­be­haf­tet waren, und sol­chen, die dies nicht waren.

Der BFH bil­lig­te die Ver­ein­fa­chungs­re­ge­lung der Finanz­ver­wal­tung, hielt aller­dings die Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Metho­den der Ermitt­lung der umsatz­steu­er­recht­li­chen Bemes­sungs­grund­la­ge nicht für statt­haft, so Pas­sau.

Er ent­schied, dass ein Unter­neh­mer nicht von dem ertrag­steu­er­recht­li­chen Wert der Nut­zungs­ent­nah­me nach der sog. 1 % Rege­lung aus­ge­hen und sodann den pro­zen­tua­len Abschlag für die nicht mit Vor­steu­ern belas­te­ten Kos­ten anhand der tat­säch­li­chen Kos­ten ermit­teln dür­fe.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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