(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass zusam­men ver­an­lag­te Ehe­gat­ten, die meh­re­re Woh­nun­gen nut­zen, die Steu­er­ermä­ßi­gung für Hand­wer­k­erleis­tun­gen nur ein­mal bis zum gesetz­lich gere­gel­ten Höchst­be­trag (im Streit­fall 600 €; aktu­ell 1.200 €) in Anspruch neh­men kön­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 06. Okto­ber 2010 ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH)  vom 29. Juli 2010 — VI R 6009.

Im ent­schie­de­nen Fall bewohn­ten die Klä­ger Ein­fa­mi­li­en­häu­ser an zwei Orten und lie­ßen durch ver­schie­de­ne Hand­werks­be­trie­be Reno­vie­rungs-, Erhal­tungs- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men an den bei­den Woh­nun­gen durch­füh­ren. In der gemein­sa­men Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung für das Streit­jahr bean­trag­ten die Ehe­gat­ten für bei­de Woh­nun­gen jeweils eine Steu­er­ermä­ßi­gung für die Inan­spruch­nah­me von Hand­wer­k­erleis­tun­gen für Reno­vie­rungs-, Erhal­tungs- und Moder­ni­sie­rungs­leis­tun­gen nach § 35a Abs. 2 Satz 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG). Das Finanz­amt gewähr­te die Steu­er­ermä­ßi­gung abwei­chend von der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ledig­lich bis zum Höchst­be­trag von 600 €.

Der BFH bestä­tig­te die­se Auf­fas­sung, so Pas­sau.

Für eine mehr­fa­che Inan­spruch­nah­me der Steu­er­ermä­ßi­gung fin­det sich kein Anhalts­punkt im Gesetz. Aus dem Wort­laut der Vor­schrift erge­be sich ledig­lich, dass die Hand­wer­k­erleis­tun­gen in einem inlän­di­schen Haus­halt zu erbrin­gen sind. Dar­aus kön­ne nicht geschlos­sen wer­den, dass bei meh­re­ren tat­säch­lich genutz­ten Woh­nun­gen die Steu­er­ermä­ßi­gung auch mehr­fach zu gewäh­ren sei. Auch die Begren­zung der Steu­er­ermä­ßi­gung der Höhe nach gel­te unab­hän­gig davon, ob die steu­er­be­güns­tig­ten Leis­tun­gen in einer oder in meh­re­ren Woh­nun­gen erbracht wor­den sei­en.

Zusam­men ver­an­lag­ten Ehe­gat­ten wird danach die Steu­er­ermä­ßi­gung nur ein­mal gewährt. Eine Benach­tei­li­gung der ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft durch die Begren­zung der Steu­er­ermä­ßi­gung auf 600 € auch bei meh­re­ren tat­säch­lich genutz­ten Woh­nun­gen sieht der BFH nicht. Denn auch Allein­ste­hen­de, die gemein­sam in zwei Woh­nun­gen wirt­schaf­ten, kön­nen die Höchst­be­trä­ge des § 35a EStG eben­falls nur ein­mal in Anspruch neh­men (§ 35a Abs. 3 EStG). Damit ist allein die gemein­sa­me Wirt­schafts­füh­rung am Ort oder den Orten der Leis­tungs­er­brin­gung, nicht aber der Fami­li­en­stand ent­schei­dend.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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