(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen wegen Pfle­ge­be­dürf­tig­keit nur inso­weit als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen zu berück­sich­ti­gen sind, als die Pfle­ge­kos­ten die Leis­tun­gen der Pfle­ge­pflicht­ver­si­che­rung und das aus einer ergän­zen­den Pfle­ge­kran­ken­ver­si­che­rung bezo­ge­ne Pflege(tage)geld über­stei­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 01. Juni 2011 zum Beschluss vom 14. April 2011 — VI R 810.

Im Streit­fall leb­te der pfle­ge­be­dürf­ti­ge (Pfle­ge­stu­fe III) Klä­ger in einem Pfle­ge­heim. Die Auf­wen­dun­gen hier­für wur­den ihm teil­wei­se durch die Bei­hil­fe und die Pfle­ge­pflicht­ver­si­che­rung ersetzt. Er hat­te außer­dem eine pri­va­te Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung abge­schlos­sen. Aus die­ser Ver­si­che­rung bezog er in den Streit­jah­ren ein monat­li­ches Pfle­ge­geld. Das Finanz­amt (FA) berück­sich­tig­te die Pfle­ge­auf­wen­dun­gen als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen, zog jedoch ent­ge­gen der von den Klä­gern durch­ge­führ­ten Berech­nung das von der Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung erhal­te­ne Pfle­ge­geld ab. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge war erfolg­los.

Der BFH bestä­tig­te die Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts und wies die Revi­si­on des Klä­gers zurück, so Pas­sau.

Das FA habe die Leis­tun­gen aus der ergän­zen­den Pfle­ge­kran­ken­ver­si­che­rung zu Recht auf die als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen gel­tend gemach­ten Pfle­ge­kos­ten des Klä­gers ange­rech­net. Pfle­ge­kos­ten sei­en eben­so wie Krank­heits­kos­ten eine außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung im Sin­ne von § 33 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes. Auf­wen­dun­gen für die krank­heits­be­ding­te Unter­brin­gung in einem Alten­pfle­ge­heim könn­ten des­halb als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen gel­tend gemacht wer­den. Außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen sei­en jedoch nur inso­weit abzieh­bar, als der Steu­er­pflich­ti­ge die Auf­wen­dun­gen end­gül­tig selbst tra­ge. Des­halb müss­ten Vor­tei­le oder Kos­ten­er­stat­tun­gen, die der Steu­er­pflich­ti­ge als Aus­gleich für die ein­ge­tre­te­ne Belas­tung erhal­te, abzugs­min­dernd ange­rech­net wer­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen und/oder steu­er­straf­recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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