(Kiel) Nach einer am 21.01.2009 ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs erfüllt ein Pro­mo­ti­ons­be­ra­ter, der auf­grund selbst ent­wi­ckel­ter Test­ver­fah­ren und von Gesprä­chen sog. Bega­bungs­ana­ly­sen sei­ner Kli­en­ten erstellt und die­sen sodann u. a. beim Fin­den eines Dis­ser­ta­ti­ons­the­mas und der Ver­mitt­lung eines Dok­tor­va­ters behilf­lich ist,  noch nicht die Vor­aus­set­zun­gen für die Annah­me einer eige­nen wis­sen­schaft­li­chen Tätig­keit.  (BFH AZ VIII R 7405)

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel. In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall war u. a. strei­tig, ob die Tätig­keit des Klä­gers als Pro­mo­ti­ons­be­ra­ter wis­sen­schaft­lich und damit frei­be­ruf­lich i.S. von § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) tätig ist. Dies, so Pas­sau, habe der BFH jedoch nun ver­neint und zur Begrün­dung aus­ge­führt, dass nach stän­di­ger Recht­spre­chung des BFH die Annah­me einer wis­sen­schaft­li­chen Tätig­keit vor­aus­set­ze, dass eine hoch­ste­hen­de, beson­ders qua­li­fi­zier­te Arbeit aus­ge­übt wird, die dazu geeig­net ist, schwie­ri­ge Streit- und Grenz­fäl­le nach streng objek­ti­ven und sach­li­chen Gesichts­punk­ten zu lösen. Der Begriff der Wis­sen­schaft­lich­keit sei in beson­de­rem Maße mit den Dis­zi­pli­nen ver­bun­den, die an den Hoch­schu­len gelehrt wer­den. Kennt­nis­se, die ein Steu­er­pflich­ti­ger sich ledig­lich auf­grund prak­ti­scher Erfah­run­gen ange­eig­net habe, reich­ten in der Regel nicht als Grund­la­ge für eine wis­sen­schaft­li­che Tätig­keit aus, Zwar habe der BFH betont, dass auch der freie Beruf grund­sätz­lich die Merk­ma­le eines Gewer­be­be­triebs erfül­le und der Steu­er­pflich­ti­ge der Gewer­be­steu­er­pflicht nur dann nicht unter­liegt, wenn er die beson­de­ren Merk­ma­le des § 18 EStG auf­wei­se. Hier­für tra­ge der Steu­er­pflich­ti­ge sodann jedoch die Fest­stel­lungs­last für das Vor­lie­gen eines frei­en Beru­fes. Die von dem Klä­ger ins­ge­samt  auf wis­sen­schaft­li­cher Basis zu erbrin­gen­den Leis­tun­gen erreich­ten nach den Fest­stel­lun­gen des Finanz­ge­richts indes ihrer­seits kei­nen Schwie­rig­keits­grad und kei­ne sol­che Gestal­tungs­hö­he, wie ihn wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten auf­wei­sen, sodass das Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen für eine frei­be­ruf­li­che Tätig­keit hier zu ver­nei­nen sei und der Klä­ger damit gewer­be­steu­er­pflich­tig ist.

Ange­sichts der Kom­ple­xi­tät des Urteils emp­fahl Pas­sau, ggfs. steu­er­li­chen Rechts­rat in Anspruch zu neh­men und ver­wies dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de -

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Jörg Pas­sau
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