(Kiel) Der VI. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs hat soeben ent­schie­den, dass Kos­ten für den nach­träg­li­chen Ein­bau einer Flüs­sig­gas­an­la­ge in ein zur Pri­vat­nut­zung über­las­se­nes Fir­men­fahr­zeug nicht als Kos­ten für Son­der­aus­stat­tung in die Bemes­sungs­grund­la­ge für die sog. 1 %-Rege­lung ein­zu­be­zie­hen sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 02.02.2011 ver­öf­fent­lich­te Urteil des  Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 13. Okto­ber 2010 VI R 1209.

Im ent­schie­de­nen Fall stell­te die Klä­ge­rin — ein Unter­neh­men, das Flüs­sig­gas ver­treibt — ihren Außen­dienst­mit­ar­bei­tern Fir­men­fahr­zeu­ge zur Ver­fü­gung, die auch pri­vat genutzt wer­den konn­ten. Die Fahr­zeu­ge wur­den geleast und in zeit­li­cher Nähe nach der Aus­lie­fe­rung für den Betrieb mit Flüs­sig­gas umge­rüs­tet. Die Lea­sing­ge­büh­ren, die sich nach Lis­ten­preis, Son­der­aus­stat­tun­gen und Umbau­ten rich­te­ten, und alle wei­te­ren Auf­wen­dun­gen für die Fir­men­fahr­zeu­ge trug aus­schließ­lich die Klä­ge­rin. Der Umbau der Fahr­zeu­ge war Bestand­teil diver­ser Wer­be­ak­tio­nen der Klä­ge­rin. Die auf Gas­be­trieb umge­rüs­te­ten Fahr­zeu­ge erhiel­ten ent­spre­chen­de Wer­be­auf­kle­ber, mit denen auf das Auto­gas­ge­schäft der Klä­ge­rin auf­merk­sam gemacht wur­de. Die Klä­ge­rin rech­ne­te die Umrüs­tungs­kos­ten auf den Flüs­sig­gas­be­trieb nicht in die Bemes­sungs­grund­la­ge der 1 %-Rege­lung für die pri­va­te PKW-Nut­zung ein und führ­te dies­be­züg­lich kei­ne Lohn­steu­er ab. Das Finanz­amt war dage­gen der Auf­fas­sung, dass die Umrüs­tungs­kos­ten in die Berech­nung des geld­wer­ten Vor­teils nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes ein­zu­be­zie­hen sei­en, da es sich inso­weit nicht um ein eigen­stän­di­ges Wirt­schafts­gut han­de­le, des­sen Nutz­bar­keit getrennt von der Mög­lich­keit zum pri­va­ten Gebrauch des Fahr­zeugs bewer­tet wer­den kön­ne.

Der BFH bestä­tig­te die Auf­fas­sung der Klä­ge­rin, so Pas­sau.

Die Fir­men­fahr­zeu­ge der Klä­ge­rin sei­en im Zeit­punkt der Erst­zu­las­sung nicht werk­sei­tig mit einer Flüs­sig­gas­an­la­ge aus­ge­stat­tet gewe­sen. Die Kos­ten für den nach­träg­li­chen Ein­bau der Anla­ge sei­en daher nicht als Son­der­aus­stat­tung in die Bemes­sungs­grund­la­ge der 1 %-Rege­lung ein­zu­be­zie­hen. Die Bemes­sungs­grund­la­ge der 1 %-Rege­lung sei stets bezo­gen auf den Zeit­punkt der Erst­zu­las­sung nach dem inlän­di­schen Lis­ten­preis zuzüg­lich der Kos­ten für Son­der­aus­stat­tun­gen ein­schließ­lich der Umsatz­steu­er zu ermit­teln.

Pas­sau emp­fahl, dies beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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