(Kiel) Das Finanz­ge­richt (FG) Rhein­land-Pfalz hat soeben zu der Fra­ge Stel­lung genom­men, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Rei­ni­gungs­kos­ten für Klei­dung als Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit berück­sich­tigt wer­den kön­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 25.11.2010 bekannt gege­be­ne Ent­schei­dung des Finanz­ge­richt (FG) Rhein­land-Pfalz vom 28. Sep­tem­ber 2010 — (AZ.: 2 K 163809).

Im Streit­fall war die Klä­ge­rin als Haus­wirt­schaf­te­rin bei einer kirch­li­chen Ein­rich­tung nicht­selb­stän­dig tätig. Wäh­rend ihrer Arbeits­zeit wur­de sie in der Küche und in der Cafe­te­ria etc. der Ein­rich­tung ein­ge­setzt. Nach dem Hygie­ne­plan für Per­so­nal sowie einer Bestä­ti­gung des Ver­wal­tungs­lei­ters war sie gehal­ten, hel­le, koch­fes­te Klei­dung (Kopf­be­de­ckung, T-Shirt, Hose, Socken, Kit­tel und Vor­bin­der), die sie in „gewöhn­li­chen”, d.h. all­ge­mei­nen Tex­til­ge­schäf­ten auf eige­ne Kos­ten erwarb, zu tra­gen und die­se täg­lich, bzw. je nach Tätig­keit auch im Lau­fe eines Arbeits­ta­ges noch­mals zu wech­seln. In ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2007 mach­te die Klä­ge­rin Kos­ten in Höhe von 469 € für die Rei­ni­gung von Arbeits­klei­dung in ihrer eige­nen Wasch­ma­schi­ne als Wer­bungs­kos­ten gel­tend, wäh­rend das Finanz­amt (FA) nur von Rei­ni­gungs­kos­ten in Höhe von 226 € aus­ging. Das FA war näm­lich der Mei­nung, nur bei der Kopf­be­de­ckung, dem T-Shirt, dem Kit­tel und dem Vor­bin­der kön­ne von typi­scher Berufs­klei­dung aus­ge­gan­gen wer­den.

Dem­ge­gen­über war die Klä­ge­rin mit der bei dem FG Rhein­land-Pfalz ange­streng­ten Kla­ge u.a. der Ansicht, ihre gesam­te Arbeits­klei­dung tra­ge das Fir­men­lo­go, sie tra­ge alle Klei­dungs­stü­cke bei der Arbeit, daher führ­ten auch alle Rei­ni­gungs­auf­wen­dun­gen zu Wer­bungs­kos­ten.

Die Kla­ge hat­te jedoch kei­nen Erfolg, so Pas­sau.

Das FG Rhein­land-Pfalz führ­te u.a. aus, Auf­wen­dun­gen für die Rei­ni­gung von Klei­dung sei­en grund­sätz­lich nicht­ab­zugs­fä­hi­ge Kos­ten der all­ge­mei­nen Lebens­füh­rung. Das gel­te auch dann, wenn die Beklei­dung nahe­zu aus­schließ­lich wäh­rend der Berufs­aus­übung getra­gen wer­de, etwa weil der Arbeit­ge­ber das Tra­gen ent­spre­chen­der Klei­dung anord­ne. Von die­sem Grund­satz sei die Rei­ni­gung „typi­scher Berufs­klei­dung” aus­ge­nom­men. Die Ein­ord­nung eines Klei­dungs­stücks als typi­sche Berufs­klei­dung schei­de aller­dings dann schon aus, wenn sei­ne Benut­zung als nor­ma­le bür­ger­li­che Klei­dung im Rah­men des Mög­li­chen und Übli­chen lie­ge. Nach die­sen Maß­stä­ben han­de­le es sich bei den vom FA nicht aner­kann­ten Klei­dungs­stü­cken, der Hose und den Socken, nicht um typi­sche Berufs­klei­dung. Die von der Klä­ge­rin in „nor­ma­len” Geschäf­ten erwor­be­nen wei­ßen Hosen und Socken stell­ten All­tags­klei­dung dar, die übli­cher­wei­se von jeder­mann getra­gen wer­den könn­ten. Hin­zu kom­me, dass die Auf­nä­her mit dem Emblem der Ein­rich­tung von der Klä­ge­rin selbst ange­bracht wor­den sei­en, ohne dass ein ande­rer Grund als der erkenn­bar sei, dass die Klä­ge­rin — wie in der münd­li­chen Ver­hand­lung ein­ge­räumt — damit den Cha­rak­ter der Klei­dung als Berufs­klei­dung habe bele­gen wol­len. Die in Anleh­nung an die Erfah­rungs­wer­te der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band e.V. erfolg­te Schät­zung des FA hin­sicht­lich der Höhe der Rei­ni­gungs­kos­ten sei nicht zu bean­stan­den.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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