(Kiel) In Abkehr von sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung hat der Bun­des­fi­nanz­hof in einem am 21. Juli 2010 ver­öf­fent­lich­ten Urteil den Abzug von Schuld­zin­sen zuge­las­sen, die nach der Ver­äu­ße­rung einer sog. wesent­li­chen Kapi­tal­be­tei­li­gung anfal­len, weil der Ver­kaufs­er­lös nicht zur Til­gung des bei Anschaf­fung der Betei­li­gung auf­ge­nom­me­nen Dar­le­hens aus­reicht.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 21. Juli 2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 16. März 2010 — VIII R 2008.

Der­ar­ti­ge nach­träg­li­che Schuld­zin­sen waren nach der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des BFH ins­be­son­de­re bei den Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung sowie den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen ein­heit­lich nicht als nach­träg­li­che Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar. Grund für die­se Recht­spre­chung war, dass ein Gewinn aus der Ver­äu­ße­rung der Ein­kunfts­quel­le bei den Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung bzw. Kapi­tal­ver­mö­gen grund­sätz­lich nicht steu­er­bar ist und die Zin­sen in einen Zusam­men­hang mit der nicht steu­er­ba­ren Ver­mö­gens­ebe­ne gestellt wur­den.

Die Ände­rung der Recht­spre­chung beruht dar­auf, so Pas­sau unter Hin­weis auf das Urteil, dass der Gesetz­ge­ber zwi­schen­zeit­lich die Steu­er­bar­keit pri­va­ter Ver­mö­gens­zu­wäch­se bei sog. wesent­li­chen Betei­li­gun­gen i. S. des § 17 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes schritt­wei­se erheb­lich aus­ge­dehnt hat. Außer­dem kön­nen Unter­neh­mer nach­träg­li­che Schuld­zin­sen unter den­sel­ben Vor­aus­set­zun­gen abzie­hen.

Im Streit­fall ver­äu­ßer­te der Klä­ger einen Teil­ge­schäfts­an­teil von 49 % an einer GmbH zu einem unter den Anschaf­fungs­kos­ten lie­gen­den Preis an sei­nen Sohn. Für die Anschaf­fung des Geschäfts­an­teils hat­te der Klä­ger Dar­le­hen in Anspruch genom­men, die er aus dem Ver­äu­ße­rungs­er­lös nicht zurück­füh­ren konn­te. Des­halb mach­te er die nach­träg­li­chen Schuld­zin­sen nach Ver­äu­ße­rung der Betei­li­gung bei sei­nen Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen gel­tend. Die Kla­ge hat­te kei­nen Erfolg. Der BFH hat das Urteil des Finanz­ge­richts (FG) auf­ge­ho­ben und die Sache zur ander­wei­ti­gen Ent­schei­dung zurück­ver­wie­sen. Das FG muss noch die Höhe der Zins­auf­wen­dun­gen fest­stel­len und prü­fen, ob der Kauf­preis für die Anteils­ver­äu­ße­rung einem Fremd­ver­gleich stand­hält oder ob es sich um eine gemisch­te Schen­kung gehan­delt hat.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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