(Kiel) Auf­wen­dun­gen für das Absol­vie­ren einer Flug­schu­le mit dem Ziel, bei einer bestimm­ten Flug­ge­sell­schaft als Pilot beschäf­tigt zu wer­den, kön­nen steu­er­lich nicht als vor­ab ent­stan­de­ne Wer­bungs­kos­ten gel­tend gemacht wer­den.

 Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf ein Urteil des Finanz­ge­richts (FG) Ber­lin-Bran­den­burg vom 17. Dezem­ber 2008 (AZ.:8 K 633106 B)

Zwar sei es grund­sätz­lich mög­lich, Kos­ten, die vor Auf­nah­me einer Tätig­keit ent­ste­hen und der spä­te­ren Berufs­tä­tig­keit die­nen, steu­er­lich zu berück­sich­ti­gen. Dies gel­te jedoch nicht für Auf­wen­dun­gen für eine erst­ma­li­ge Berufs­aus­bil­dung und für ein Erst­stu­di­um, es sei denn, die­se fin­den im Rah­men eines Dienst­ver­hält­nis­ses statt.

Die Schu­lungs­kos­ten wur­den in dem Fall zum Teil von einer Flug­ge­sell­schaft und zum Teil von dem Klä­ger selbst getra­gen, wobei die Flug­ge­sell­schaft ihm ein Dar­le­hen in Höhe des Eigen­an­teils gewähr­te, das erst nach Beginn eines Arbeits­ver­hält­nis­ses mit ihr zu ver­zin­sen und zu til­gen war. Der Klä­ger war der Auf­fas­sung, dass sich dar­aus das Bestehen eines mit einem Dienst­ver­hält­nis gleich­zu­set­zen­den Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­ses zwi­schen ihm und der Flug­ge­sell­schaft erge­be.

Das sahen die Rich­ter des Finanz­ge­richts anders, so Pas­sau.

Sie wei­sen dar­auf hin, dass Vor­aus­set­zung der Abzugs­fä­hig­keit von Auf­wen­dun­gen einer Erst­aus­bil­dung ein Dienst­ver­hält­nis und nicht nur ein Aus­bil­dungs­ver­hält­nis ist. Der Klä­ger hat­te mit der Flug­ge­sell­schaft aber ledig­lich einen Dar­le­hens­ver­trag über sei­nen Eigen­an­teil an den Schu­lungs­kos­ten geschlos­sen; zudem erhielt er von der Flug­ge­sell­schaft auch kei­ne Ver­gü­tung und hat­te nach Abschluss der Aus­bil­dung kei­nen Anspruch auf einen Arbeits­platz, son­dern nur die Mög­lich­keit, sich bei ihr zu bewer­ben.

Der Klä­ger hat gegen die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen Beschwer­de ein­ge­legt (Akten­zei­chen des BFH VI B 609)

Pas­sau emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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