(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass die Umsät­ze eines gewerb­li­chen Betrei­bers von Geld­spiel­au­to­ma­ten nicht nach § 4 Nr. 9 Buchst. b des Umsatz­steu­er­ge­set­zes (UStG) steu­er­frei sind und dass die­se Vor­schrift weder gegen Uni­ons­recht noch gegen das Grund­ge­setz ver­stößt. 

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 05.01.2011 bekannt gege­be­ne Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 10. Novem­ber 2010 — XI R 7907.

Nach § 4 Nr. 9 Buchst. b UStG in der ab dem 6. Mai 2006 gel­ten­den Neu­fas­sung sind steu­er­frei “die Umsät­ze, die unter das Renn­wett- und Lot­te­rie­ge­setz fal­len. Nicht befreit sind die unter das Renn­wett- und Lot­te­rie­ge­setz fal­len­den Umsät­ze, die von der Renn­wett- und Lot­te­rie­steu­er befreit sind oder von denen die­se Steu­er all­ge­mein nicht erho­ben wird.”

Der BFH hat­te im vor­lie­gen­den Revi­si­ons­ver­fah­ren, das Umsät­ze einer GmbH aus dem Betrieb von Geld­spiel­au­to­ma­ten in einer Spiel­hal­le betrifft, Zwei­fel, ob die­se Rege­lung mit der Mehr­wert­steu­er­sys­tem­richt­li­nie im Ein­klang steht. Er hat­te des­halb das Revi­si­ons­ver­fah­ren aus­ge­setzt und den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on (EuGH) ange­fragt, ob Art. 135 Abs. 1 Buchst. i der Richt­li­nie 2006/112/EG dahin aus­zu­le­gen ist, dass den Mit­glied­staa­ten eine Rege­lung gestat­tet ist, nach der nur bestimm­te (Renn-)Wetten und Lot­te­ri­en von der Steu­er befreit und sämt­li­che “sons­ti­ge Glücks­spie­le mit Geld­ein­satz” von der Steu­er­be­frei­ung aus­ge­nom­men sind?” (vgl. Beschluss vom 17. Dezem­ber 2008 XI R 7907 und die dazu ergan­ge­ne Pres­se­mit­tei­lung Nr. 162009 vom 18. Febru­ar 2009). Der EuGH hat die­se Fra­ge mit Urteil vom 10. Juni 2010 C 5809 bejaht. Die Revi­si­ons­klä­ge­rin war der Auf­fas­sung, unab­hän­gig von der vom EuGH beant­wor­te­ten Vor­la­ge­fra­ge ver­sto­ße eine Fest­set­zung von Steu­er auf Umsät­ze aus dem Betrieb von Geld­spiel­au­to­ma­ten in Spiel­hal­len sowohl gegen euro­päi­sches Recht als auch gegen deut­sches Ver­fas­sungs­recht.

Der BFH folg­te dem nicht, so Pas­sau.

Er trat ins­be­son­de­re der Ansicht der Revi­si­ons­klä­ge­rin ent­ge­gen, die Umsatz­steu­er­fest­set­zung sei rechts­wid­rig, weil gewerb­li­che Betrei­ber von Geld­spiel­au­to­ma­ten die Umsatz­steu­er nicht auf die End­ver­brau­cher (Spie­ler) abwäl­zen könn­ten. Er ver­nein­te auch einen Ver­stoß gegen den mehr­wert­steu­er­recht­li­chen Neu­tra­li­täts­grund­satz sowie gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­grund­satz (Art. 3 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes), den die Revi­si­ons­klä­ge­rin wegen der Behand­lung der Umsät­ze von öffent­li­chen Spiel­ban­ken aus dem Betrieb von Geld­spiel­au­to­ma­ten gel­tend gemacht hat­te.

Pas­sau emp­fahl, dies beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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