(Kiel) Wird gel­tend gemacht, auf ein­ge­führ­te Waren sei zu Unrecht Zoll erho­ben wor­den, kann inner­halb bestimm­ter Fris­ten die Erstat­tung der ent­rich­te­ten Abga­ben bean­tragt wer­den. Mit Beschluss vom 3. Novem­ber 2010 (VII R 2009) hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) ent­schie­den, dass ein sol­cher Erstat­tungs­an­trag nur von bestimm­ten Per­so­nen gestellt wer­den kann, zu denen der­je­ni­ge, auf den die ent­rich­te­ten Abga­ben wirt­schaft­lich abge­wälzt wor­den sind, nicht gehört.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 01.12.2010 bekannt gege­be­ne Ent­schei­dung.

In dem vom BFH ent­schie­de­nen Fall hat­te der Inha­ber eines Zoll­la­gers dort Waren für die Klä­ge­rin gela­gert, die Waren im eige­nen Namen und für eige­ne Rech­nung ent­nom­men und zur Abfer­ti­gung zum frei­en Ver­kehr ange­mel­det. Das Haupt­zoll­amt setz­te die auf die Waren ent­fal­len­den Ein­fuhr­ab­ga­ben (u.a. Anti­dum­ping­zoll) gegen den Lager­in­ha­ber fest, der die­se ent­rich­te­te und an die Klä­ge­rin wei­ter­be­las­te­te. Mit der Begrün­dung, der Anti­dum­ping­zoll sei vom Haupt­zoll­amt zu Unrecht erho­ben wor­den, bean­trag­te die Klä­ge­rin des­sen Erstat­tung und leg­te eine Erklä­rung des Lager­in­ha­bers vor, mit der die­ser sämt­li­che sich aus der Waren­ent­nah­me aus dem Zoll­la­ger erge­ben­den Rech­te und Pflich­ten an die Klä­ge­rin abtrat.

Die gegen die Ableh­nung des Erstat­tungs­an­trags erho­be­ne Kla­ge wies das Finanz­ge­richt mit der Begrün­dung ab, die Klä­ge­rin sei nicht berech­tigt, den Erstat­tungs­an­trag zu stel­len — zu Recht, wie der BFH ent­schied. Nur der Zoll­schuld­ner oder der­je­ni­ge, der die Abga­ben ent­rich­tet habe, kön­ne nach dem ein­schlä­gi­gen Uni­ons­recht den Antrag auf Erstat­tung der Ein­fuhr­ab­ga­ben stel­len. Zoll­schuld­ner sei jedoch der Lager­in­ha­ber und nicht die Klä­ge­rin gewe­sen, und der Lager­in­ha­ber habe die Abga­ben auch ent­rich­tet. Die Klä­ge­rin kön­ne dem nicht ent­ge­gen hal­ten, dass sie die Abga­ben infol­ge der Wei­ter­be­las­tung im Ergeb­nis wirt­schaft­lich getra­gen habe. Das Recht des Lager­in­ha­bers, die Erstat­tung der von ihm ent­rich­te­ten Ein­fuhr­ab­ga­ben zu bean­tra­gen, habe auch nicht der Klä­ge­rin abge­tre­ten wer­den kön­nen, denn die ver­fah­rens­recht­li­che Stel­lung als Erstat­tungs­be­tei­lig­ter unter­lie­ge nicht der Dis­po­si­ti­on der Par­tei­en.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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