(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen des nicht pfle­ge­be­dürf­ti­gen Steu­er­pflich­ti­gen, der mit sei­nem pfle­ge­be­dürf­ti­gen Ehe­gat­ten in ein Wohn­stift über­sie­delt, nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung bei der Ein­kom­men­steu­er abzieh­bar sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 23. Juni 2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 15. April 2010 — VI R 5109.

Ent­ste­hen einem Steu­er­pflich­ti­gen zwangs­läu­fig grö­ße­re Auf­wen­dun­gen als der über­wie­gen­den Mehr­zahl der Steu­er­pflich­ti­gen glei­cher Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se, glei­cher Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se und glei­chen Fami­li­en­stands, kön­nen die Auf­wen­dun­gen als sog. außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen gemäß § 33 Abs. 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) von der Bemes­sungs­grund­la­ge der Ein­kom­men­steu­er abge­zo­gen wer­den, soweit eine vom Gesetz fest­ge­leg­te Zumut­bar­keits­gren­ze über­schrit­ten wird.

Im Urteils­fall hat­ten Ehe­gat­ten die Wohn-, Ver­pfle­gungs- und Betreu­ungs­kos­ten in Höhe von rund 51.000 € gel­tend geam­acht. Der Ehe­mann, der auf einen Roll­stuhl ange­wie­sen war (Grad der Behin­de­rung 90, Merk­zei­chen “aG”), war in die Pfle­ge­stu­fe 1 ein­ge­ord­net. Die nicht pfle­ge­be­dürf­ti­ge Ehe­frau war ihrem Ehe­mann ins Wohn­stift gefolgt. Das Finanz­amt ließ von den gel­tend gemach­ten Kos­ten nur die auf den Ehe­mann ent­fal­len­den Auf­wen­dun­gen als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen gekürzt um eine soge­nann­te Hau­halts­er­spar­nis zum Abzug nach § 33 EStG zu, nicht jedoch die auf die Ehe­frau ent­fal­len­den Kos­ten.

Der BFH bestä­tig­te die­se Hand­ha­bung, so Pas­sau.

Er ent­schied, dass Auf­wen­dun­gen des nicht pfle­ge­be­dürf­ti­gen Steu­er­pflich­ti­gen, der mit sei­nem pfle­ge­be­dürf­ti­gen Ehe­gat­ten in ein Wohn­stift über­sie­delt, nicht zwangs­läu­fig i. S. des § 33 Abs. 2 Satz 1 EStG erwach­sen. Allein der Umstand, dass die Ehe­frau ihrem pfle­ge­be­dürf­ti­gen Ehe­mann in das Heim gefolgt sei, begrün­de noch kei­ne unaus­weich­li­che Zwangs­la­ge. Dar­in lie­ge auch kein Ver­stoß gegen Art. 6 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes.

Die Kür­zung der auf den Ehe­mann ent­fal­len­den Heim­kos­ten um eine sog. Haus­halts­er­spar­nis bean­stan­de­te der BFH eben­falls nicht. Denn ein Steu­er­pflich­ti­ger habe nach Auf­lö­sung sei­nes nor­ma­len Haus­halts nur zusätz­li­che Kos­ten durch die Heim­un­ter­brin­gung. Ent­spre­chend sei­en die Unter­brin­gungs­kos­ten um eine Haus­halts­er­spar­nis, die der Höhe nach den erspar­ten Ver­pfle­gungs- und Unter­brin­gungs­kos­ten ent­spricht und vom BFH mit 7.680 € ange­setzt wur­de, zu kür­zen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und
geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de