(Kiel) Es ist geklärt, dass Erwerbs­auf­wand im Zusam­men­hang mit Ein­künf­ten aus § 17 Abs. 1 und Abs. 4 EStG nicht nach § 3c Abs. 2 Satz 1 EStG nur begrenzt abzieh­bar ist, wenn dem Steu­er­pflich­ti­gen kei­ner­lei durch sei­ne Betei­li­gung ver­mit­tel­ten Ein­nah­men zuge­hen.

Mit die­sem Leit­satz, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf den am 31.03.2010 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 18. März 2010, Az.: IX B 22709, tritt der BFH dem Nicht­an­wen­dungs­er­lass des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen (BMF) vom 15. Febru­ar 2010 (BSt­Bl I 2010, 181) ent­ge­gen und hat die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de des Finanz­am­tes in die­sem Fall als unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen.

Die Rechts­fra­ge, ob bei tat­säch­lich feh­len­den Ein­nah­men i.S. des § 3 Nr. 40 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes in der im Streit­jahr (2004) maß­ge­ben­den Fas­sung (EStG) das Halb­ab­zugs­ver­bot des § 3c Abs. 2 EStG anwend­bar ist, habe kei­ne grund­sätz­li­che Bedeu­tung,  weil sie geklärt ist.

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat in sei­ner Ent­schei­dung vom 25. Juni 2009 IX R 4208 erkannt, dass der Abzug von Erwerbs­auf­wand (z.B. Betriebs­ver­mö­gens­min­de­run­gen, Anschaf­fungs­kos­ten oder Ver­äu­ße­rungs­kos­ten) im Zusam­men­hang mit Ein­künf­ten aus § 17 Abs. 1 und Abs. 4 EStG jeden­falls dann nicht nach § 3c Abs. 2 Satz 1 EStG begrenzt ist, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge kei­ner­lei durch sei­ne Betei­li­gung ver­mit­tel­te Ein­nah­men hat. Der BFH hat die­se Recht­spre­chung mit Urteil vom 14. Juli 2009 IX R 809 bestä­tigt. Die in der Beschwer­de­be­grün­dung des Finanz­amts vor­ge­brach­ten Grün­de sei­en bereits vom BFH berück­sich­tigt wor­den und recht­fer­tig­ten es nicht, sich erneut mit der Sache in einem Fall zu befas­sen, in dem das Finanz­ge­richt (FG) für den BFH nach § 118 Abs. 2 FGO bin­dend fest­ge­stellt hat, dass der Klä­ge­rin und Beschwer­de­geg­ne­rin (Klä­ge­rin) auf­grund ihrer Betei­li­gung kei­ne Ein­nah­men zuge­gan­gen sind.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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