(Kiel)  Mit (noch nicht rechts­kräf­ti­gem) Urteil vom 24. Okto­ber 2013 (Az.: 6 K 130110) hat das Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­den, dass es sich bei der Gestal­tung von Ange­bots- und Pro­spekt­wer­bung nicht um eine frei­schaf­fend künst­le­ri­sche, son­dern um eine gewerb­li­che Tätig­keit han­delt, die der Gewer­be­steu­er unter­liegt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Rhein­land-Pfalz­vom 11.11.2013 zu die­sem Urteil.

Die Klä­ge­rin ist eine Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts. Ihre bei­den Gesell­schaf­ter (eine Dipl. Gra­fik-Desi­gne­rin (FH) und ein Absol­vent einer Aka­de­mie für Pho­to­gra­phie) erstel­len für ihren Haupt­kun­den — ein euro­pa­weit agie­ren­des Han­dels­un­ter­neh­men für Bau-, Heim­wer­ker- und Gar­ten­be­darf – das Gra­fik-Design zur gesam­ten Pro­spekt­wer­bung inner­halb Deutsch­lands (z.B. Bei­la­gen in Tages­zei­tun­gen) sowie gra­phi­sche Grund­kon­zep­te für die Pro­spekt­wer­bung des Kon­zerns euro­pa­weit. Die Pro­spek­te wer­den anhand der Pho­tos, Tex­te und Preis­an­ga­ben der zu bewer­ben­den Waren gestal­tet. Die tech­ni­sche Wei­ter­ver­ar­bei­tung (z.B. Bild­be­ar­bei­tung, Ein­hal­tung druck­tech­ni­scher Vor­ga­ben usw.) erfolgt über eine Fremd­fir­ma.

Im Rah­men einer Betriebs­prü­fung bei der Klä­ge­rin wur­de der Künst­ler­aus­schuss der Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on Koblenz ersucht, zu prü­fen, ob es sich bei den Leis­tun­gen der Klä­ge­rin um künst­le­ri­sche oder um gewerb­li­che Tätig­kei­ten han­delt. Der (u.a. mit Pro­fes­so­ren für Bil­den­de Kunst bzw. Design besetz­te) Aus­schuss kam ein­stim­mig zu dem Ergeb­nis, dass kei­ne frei­schaf­fend künst­le­ri­sche, son­dern eine kom­mer­zi­el­le Tätig­keit betrie­ben wer­de. Das beklag­te Finanz­amt folg­te die­ser Auf­fas­sung und qua­li­fi­zier­te die Tätig­keit der Klä­ge­rin bzw. ihrer bei­den Gesell­schaf­ter als gewer­be­steu­er­pflich­ti­ge Tätig­keit.

Nach erfolg­lo­sem Ein­spruchs­ver­fah­ren erhob die Klä­ge­rin Kla­ge beim Finanz­ge­richt (FG) Rhein­land-Pfalz. Das Gericht wand­te sich an eine Aka­de­mie für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign und hol­te ein (wei­te­res) Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ein. Auch die­ses Gut­ach­ten kam zu dem Ergeb­nis, dass kei­ne frei­schaf­fend künst­le­ri­sche, son­dern eine kom­mer­zi­el­le Tätig­keit betrie­ben wer­de. Die Arbei­ten – so der Gut­ach­ter – wür­den nicht die für eine künst­le­ri­sche Leis­tung erfor­der­li­che sog. „Gestal­tungs­hö­he“ auf­wei­sen. Dazu müss­ten sich die Gestal­tungs­mit­tel (Far­be- und Form­kon­tras­te, Farb­wir­kung, Raum, Per­spek­ti­ve, ver­schie­de­ne Gestal­tungs­ebe­nen, Redu­zie­ren, Über­hö­hen, Ver­frem­dun­gen, Bild­zi­ta­te u.ä.) auf etwas Nicht­sicht­ba­res wie Stim­mung, Gefühl oder Emp­fin­dung ver­dich­ten. Bei den Arbei­ten über­wie­ge dage­gen bei allen Bemü­hun­gen, den gerin­gen Frei­raum künst­le­risch aus­zu­fül­len, die ein­wand­frei gemach­te hand­werk­li­che Arbeit. Das FG schloss sich in sei­nem Urteil vom 24. Okto­ber 2013 den Aus­füh­run­gen des Sach­ver­stän­di­gen an und wies die Kla­ge ab.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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