(Kiel) Die Garan­tie­zu­sa­ge eines Auto­ver­käu­fers, durch die der Käu­fer gegen Ent­gelt nach sei­ner Wahl einen Repa­ra­tur­an­spruch gegen­über dem Ver­käu­fer oder einen Repa­ra­tur­kos­ten­er­satz­an­spruch gegen­über einem Ver­si­che­rer erhält, ist (umsatz-) steu­er­pflich­tig.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 31.03.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 10. Febru­ar 2010, Az.: XI R 49/07.

Der Klä­ger betreibt eine Repa­ra­tur­werk­statt und einen Han­del mit Kfz. Beim Ver­kauf von Kfz bot er den Käu­fern gegen Ent­gelt den Abschluss einer Garan­tie­ver­ein­ba­rung an, die die Funk­ti­ons­fä­hig­keit bestimm­ter Bau­tei­le des Kfz für die ver­ein­bar­te Lauf­zeit umfass­te. Die Garan­tie war bei einer Ver­si­che­rungs-AG (rück-)versichert. Im Scha­dens- und Garan­tie­fall hat­te der Käu­fer sodann die Wahl, das Kfz beim Händ­ler (und Garan­tie­ge­ber) kos­ten­los repa­rie­ren zu las­sen oder die Repa­ra­tur bei einer ande­ren Werk­statt auf Kos­ten der Ver­si­che­rung aus­füh­ren zu las­sen.

In den Umsatz­steu­er­erklä­run­gen behan­del­te der Klä­ger die von den Käu­fern gezahl­ten Garan­tie­prä­mi­en und die von X geleis­te­ten Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen nicht als Ent­gelt für umsatz­steu­er­pflich­ti­ge Leis­tun­gen. Dage­gen sah das Finanz­amt im Anschluss an eine Außen­prü­fung in der Garan­tie­zu­sa­ge eine unselbst­stän­di­ge Neben­leis­tung zur Fahr­zeu­g­lie­fe­rung und unter­warf die­se Ein­nah­men der Umsatz­steu­er.

Zu Recht, wie der BFH nun beton­te, so Pas­sau, und damit auch sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung  in dem BFH-Urteil vom 16. Janu­ar 2003 Az.: V R 16/02, auf­gab.

Die Umsät­ze aus den Garan­tie­zu­sa­gen des Klä­gers sei­en ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) und der dar­auf gestütz­ten Auf­fas­sung des FG steu­er­pflich­tig.

Die Rechts­auf­fas­sung des V. Senats des BFH, es lie­ge eine Steu­er­frei­heit nach § 4 Nr. 8 Buchst. g UStG vor, sei durch das zwi­schen­zeit­lich ergan­ge­ne Urteil des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten (EuGH) vom 19. April 2007 Rs. C‑455/05 –Vel­vet & Steel Immo­bi­li­en– über­holt.

Es sei auch kei­ne sons­ti­ge Steu­er­be­frei­ungs­vor­schrift anwend­bar, ins­be­son­de­re auch nicht aus § 4 Nr. 10 Buchst. b UStG (ande­ren Per­so­nen Ver­si­che­rungs­schutz ver­schaf­fen). Die Garan­tie­zu­sa­ge des Händ­lers sei statt­des­sen eine sons­ti­ge Leis­tung i. S. des § 3 Abs. 9 UStG, die nicht durch die Ver­schaf­fung von Ver­si­che­rungs­schutz, son­dern durch das umfas­sen­de Garan­tie­ver­spre­chen des Händ­lers geprägt ist. Dafür sehe das UStG kei­ne Steu­er­be­frei­ung vor.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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