(Kiel) Mit Urteil zur Kraft¬≠fahr¬≠zeug¬≠steu¬≠er vom 24. April 2009 hat das Finanz¬≠ge¬≠richt (FG) Rhein¬≠land-Pfalz zu der Fra¬≠ge Stel¬≠lung genom¬≠men, ob, bzw. unter wel¬≠chen Umst√§n¬≠den ‚ÄěKata¬≠stro¬≠phen‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČEin¬≠satz¬≠wa¬≠gen‚ÄĚ gemein¬≠n√ľt¬≠zi¬≠ger Orga¬≠ni¬≠sa¬≠tio¬≠nen (gO) von der Kfz‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČSteu¬≠er befreit sein k√∂n¬≠nen.

Dar¬≠auf ver¬≠weist der Kie¬≠ler Steu¬≠er¬≠be¬≠ra¬≠ter J√∂rg Pas¬≠sau Vize¬≠pr√§¬≠si¬≠dent und gesch√§fts¬≠f√ľh¬≠ren¬≠des Vor¬≠stands¬≠mit¬≠glied des DUV Deut¬≠scher Unter¬≠neh¬≠mens¬≠steu¬≠er Ver¬≠band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin¬≠weis auf die am 13.05.2009 ver¬≠√∂f¬≠fent¬≠lich¬≠te Mit¬≠tei¬≠lung zu dem Urteil, Az.:  (Az.: 4 K 2597/08).

Im Streit¬≠fall hat¬≠te der Kl√§¬≠ger, ein Orts¬≠ver¬≠ein einer bun¬≠des¬≠weit t√§ti¬≠gen gO, im Jah¬≠re 2007 einen VW-Trans¬≠por¬≠ter zum Stra¬≠√üen¬≠ver¬≠kehr zuge¬≠las¬≠sen. Das Fahr¬≠zeug ist u.a. zur Nut¬≠zung von 9 Per¬≠so¬≠nen vor¬≠ge¬≠se¬≠hen und ver¬≠f√ľgt √ľber ein blau¬≠es Blink¬≠licht auf dem Wagen¬≠dach. Auf der Motor¬≠hau¬≠be, den Sei¬≠ten und auf der Heck¬≠klap¬≠pe sind die Schrift¬≠z√ľ¬≠ge der gO ange¬≠bracht, auf den Sei¬≠ten¬≠t√ľ¬≠ren zus√§tz¬≠lich der Schrift¬≠zug ‚ÄěNot¬≠fall¬≠vor¬≠sor¬≠ge‚ÄĚ. An Stel¬≠le der mitt¬≠le¬≠ren Sitz¬≠bank befin¬≠det sich ein Tisch, der an der Sei¬≠ten¬≠wand ver¬≠schraubt und am Wagen¬≠bo¬≠den ver¬≠keilt ist. Im Heck¬≠teil des Fahr¬≠zeugs ist eine Not¬≠arzt¬≠aus¬≠r√ľs¬≠tung mit Defi¬≠bril¬≠la¬≠tor mit Schrau¬≠ben am Wagen¬≠bo¬≠den befes¬≠tigt, es k√∂n¬≠nen zwei Funk¬≠ge¬≠r√§¬≠te betrie¬≠ben wer¬≠den.

Das Finanz¬≠amt lehn¬≠te die bean¬≠trag¬≠te Befrei¬≠ung von der Kfz‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČSteu¬≠er als Kata¬≠stro¬≠phen¬≠schutz-Fahr¬≠zeug ab und begr√ľn¬≠de¬≠te das zun√§chst damit, dass es nicht aus¬≠schlie√ü¬≠lich f√ľr den steu¬≠er¬≠lich beg√ľns¬≠tig¬≠ten Zweck des Kata¬≠stro¬≠phen¬≠schut¬≠zes ver¬≠wen¬≠det wer¬≠de. Nach Ent¬≠fer¬≠nung der Au√üen¬≠be¬≠schrif¬≠tung und gerin¬≠gen Umbau¬≠ma√ü¬≠nah¬≠men k√∂n¬≠ne das Fahr¬≠zeug unein¬≠ge¬≠schr√§nkt als her¬≠k√∂mm¬≠li¬≠cher Trans¬≠por¬≠ter f√ľr alle m√∂g¬≠li¬≠chen Zwe¬≠cke genutzt wer¬≠den.

Die dage¬≠gen ange¬≠streng¬≠te Kla¬≠ge, mit der der Kl√§¬≠ger u.a. vor¬≠ge¬≠tra¬≠gen hat¬≠te, das Kfz wer¬≠de aus¬≠schlie√ü¬≠lich im Kata¬≠stro¬≠phen¬≠schutz ein¬≠ge¬≠setzt, jede Ein¬≠heit  ben√∂¬≠ti¬≠ge im Kata¬≠stro¬≠phen¬≠schutz ein F√ľh¬≠rungs¬≠fahr¬≠zeug; es sei wie ein Not¬≠arzt¬≠wa¬≠gen aus¬≠ge¬≠stat¬≠tet, das im Ren¬≠dez¬≠vous¬≠ver¬≠fah¬≠ren den Not¬≠arzt zum Ret¬≠tungs- oder Kran¬≠ken¬≠trans¬≠port¬≠wa¬≠gen brin¬≠ge, ohne die¬≠ses Kfz k√∂nn¬≠ten im Ein¬≠satz¬≠fall die betref¬≠fen¬≠den Kr√§f¬≠te die Ein¬≠satz¬≠stel¬≠le nicht errei¬≠chen, hat¬≠te jedoch kei¬≠nen Erfolg, betont Pas¬≠sau.

Das FG Rhein¬≠land-Pfalz f√ľhr¬≠te nach Besich¬≠ti¬≠gung des Fahr¬≠zeu¬≠ges auf dem Gerichts¬≠park¬≠platz u.a. aus, die gesetz¬≠li¬≠che Vor¬≠aus¬≠set¬≠zung, dass das Kfz aus¬≠schlie√ü¬≠lich im Kata¬≠stro¬≠phen¬≠schutz ver¬≠wen¬≠det wer¬≠de, sei nicht nach¬≠ge¬≠wie¬≠sen. Der gesetz¬≠li¬≠chen For¬≠mu¬≠lie¬≠rung ‚Äěaus¬≠schlie√ü¬≠lich‚ÄĚ sei zu ent¬≠neh¬≠men, dass an die Vor¬≠aus¬≠set¬≠zun¬≠gen einer Steu¬≠er¬≠be¬≠frei¬≠ung mehr als nur gerin¬≠ge Anfor¬≠de¬≠run¬≠gen zu stel¬≠len sei¬≠en. Die vor¬≠ge¬≠nom¬≠me¬≠nen Ein¬≠bau¬≠ten k√∂nn¬≠ten in k√ľr¬≠zes¬≠ter Zeit besei¬≠tigt und das Kfz in ande¬≠rer‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČnicht beg√ľns¬≠tig¬≠ter‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČWei¬≠se f√ľr die gO genutzt wer¬≠den. Soweit sich der Kl√§¬≠ger auf eine Ver¬≠wal¬≠tungs¬≠an¬≠wei¬≠sung der Ober¬≠fi¬≠nanz¬≠di¬≠rek¬≠ti¬≠on berief, wonach die vor¬≠ge¬≠nom¬≠me¬≠nen Ein¬≠bau¬≠ten f√ľr die Steu¬≠er¬≠be¬≠frei¬≠ung aus¬≠rei¬≠chend sei¬≠en, folg¬≠te dem das FG Rhein¬≠land-Pfalz nicht. An die Ver¬≠wal¬≠tungs¬≠auf¬≠fas¬≠sung sei das FG einer¬≠seits nicht gebun¬≠den, die dort ange¬≠spro¬≠che¬≠nen Urtei¬≠le des BFH betr√§¬≠fen ande¬≠rer¬≠seits Fahr¬≠zeu¬≠ge, die‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČanders als im Streit¬≠fall‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČauf Gebiets¬≠k√∂r¬≠per¬≠schaf¬≠ten (z.B. Land¬≠kreis oder Stadt) zuge¬≠las¬≠sen sei¬≠en; f√ľr Gebiets¬≠k√∂r¬≠per¬≠schaf¬≠ten gebe es jedoch beson¬≠de¬≠re gesetz¬≠li¬≠che Vor¬≠aus¬≠set¬≠zun¬≠gen. Das vor¬≠ge¬≠leg¬≠te Fahr¬≠ten¬≠buch bele¬≠ge, dass die tat¬≠s√§ch¬≠li¬≠che Nut¬≠zung eben nicht nur im Bereich des Kata¬≠stro¬≠phen¬≠schut¬≠zes gese¬≠hen wer¬≠den k√∂n¬≠ne. So sei das Kfz bei¬≠spiels¬≠wei¬≠se f√ľr den Trans¬≠port einer Kehr¬≠ma¬≠schi¬≠ne, zum Rei¬≠fen¬≠trans¬≠port, zu Ein¬≠k√§u¬≠fen f√ľr die Weih¬≠nachts¬≠fei¬≠er und zum Besuch einer TV-Sen¬≠de¬≠an¬≠stalt, sowie f√ľr das eige¬≠ne Betriebs¬≠fest genutzt wor¬≠den.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen.

Pas¬≠sau emp¬≠fahl, dies zu beach¬≠ten und ggfs. den wei¬≠te¬≠ren Fort¬≠gang zu beach¬≠ten und ggfs. steu¬≠er¬≠li¬≠chen Rat in Anspruch zu neh¬≠men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut¬≠schen Unter¬≠neh¬≠mens¬≠steu¬≠er Ver¬≠band‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČwww.duv-verband.de‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČver¬≠wies.

F√ľr R√ľck¬≠fra¬≠gen steht Ihnen zur Ver¬≠f√ľ¬≠gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und
gesch√§fts¬≠f√ľh¬≠ren¬≠des Vor¬≠stands¬≠mit¬≠glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
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