(Kiel) Nut­zen Mit­ei­gen­tü­mer-Ehe­gat­ten ein Arbeits­zim­mer im gemein­schaft­li­chen Gebäu­de gemein­sam, sind die Auf­wen­dun­gen bei jedem nur antei­lig zu berück­sich­ti­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf einen am 01.06.2009 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Finanz­ge­richts Köln vom 23.04.2009, Az.: 10 K 82/09.

Ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2007 (Streit­jahr) dür­fen die Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer sowie die Kos­ten der Aus­stat­tung grund­sätz­lich nicht als Betriebs­aus­ga­ben oder Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen wer­den (§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6b S. 1 und § 9 Abs. 5 S. 1 EStG). Nach § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6b S. 2 EStG dür­fen sie nur dann steu­er­lich berück­sich­tigt wer­den, wenn das Arbeits­zim­mer den Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung bil­det. Die Vor­aus­set­zung des Mit­tel­punkts der gesam­ten beruf­li­chen Betä­ti­gung ist hin­sicht­lich der Klä­ge­rin erfüllt.

Einen eige­nen “Arbeitszimmer”-Aufwand hat­te die Klä­ge­rin nach der Ent­schei­dung des FG Köln jedoch nur hin­sicht­lich der auf sie ent­fal­len­den Hälf­te der Arbeits­zim­mer­auf­wen­dun­gen, betont Pas­sau.

Nut­zen Mit­ei­gen­tü­mer-Ehe­gat­ten ein Arbeits­zim­mer im gemein­schaft­li­chen Gebäu­de gemein­sam zur Erzie­lung von Ein­künf­ten, dann kann jeder — nur antei­lig — die sei­nem Anteil ent­spre­chen­den AfA in Anspruch neh­men, denn jeder setzt die gesam­ten auf sei­nen Anteil ent­fal­len­den Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten zur Ein­künf­te­er­zie­lung ein. Im Streit­fall wur­den der Klä­ge­rin danach zu Recht nur die Hälf­te der AfA und lau­fen­den Auf­wen­dun­gen zuge­bil­ligt.

Haben Ehe­leu­te auf einem gemein­sa­men Grund­stück ein Gebäu­de errich­tet, dann ist grund­sätz­lich davon aus­zu­ge­hen, dass jeder von ihnen Her­stel­lungs­kos­ten ent­spre­chend sei­nem Mit­ei­gen­tums­an­teil — im Streit­fall zu 1/2 — getra­gen hat. Das gilt unab­hän­gig davon, wie viel er tat­säch­lich an eige­nen Mit­teln dazu bei­getra­gen hat. Sind die finan­zi­el­len Bei­trä­ge der Ehe­leu­te unter­schied­lich hoch, dann hat sowohl zivil­recht­lich als auch steu­er­recht­lich der Ehe­gat­te, der aus eige­nen Mit­teln mehr als der ande­re bei­gesteu­ert hat, das Mehr sei­nem Ehe­gat­ten mit der Fol­ge zuge­wen­det, dass jeder von ihnen so anzu­se­hen ist, als habe er die sei­nem Anteil ent­spre­chen­den Anschaf­fungs­kos­ten selbst getra­gen. Denn die Ehe­leu­te brin­gen durch den Erwerb von Mit­ei­gen­tum je zur Hälf­te in aller Regel zum Aus­druck, “es sol­le so ange­se­hen wer­den, wie wenn jeder gleich­viel zu den Kos­ten bei­getra­gen habe. Ein Aus­gleichs­an­spruch wegen finan­zi­el­ler Mehr­leis­tun­gen des einen Teils kommt dann grund­sätz­lich nicht in Betracht”.

Eben­so sei­en die — neben der AfA auf­ge­wand­ten — lau­fen­den grund­stücks­ori­en­tier­ten Arbeits­zim­mer­kos­ten (z.B. Schuld­zin­sen, Grund­steu­ern, Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge) und auch die allein die Nut­zung des Arbeits­zim­mers betref­fen­den lau­fen­den Auf­wen­dun­gen (nut­zungs­ori­en­tier­te Auf­wen­dun­gen, wie z.B. Ener­gie­kos­ten, allein das Arbeits­zim­mer betref­fen­de Repa­ra­tur­kos­ten usw.) als für bei­de Ehe­gat­ten gemein­schaft­lich auf­ge­wandt anzu­se­hen, weil bei­de das Arbeits­zim­mer zu glei­chen Tei­len nutz­ten. Etwas ande­res gel­te  auch für die lau­fen­den Arbeits­zim­mer­auf­wen­dun­gen nur dann, wenn das Arbeits­zim­mer durch nur einen der Ehe­gat­ten allein genutzt wer­de.

Pas­sau emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und den wei­te­ren Fort­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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