(Kiel) Der Erlös aus dem Ver­kauf einer Inter­net-Domain unter­liegt nicht der Ein­kom­men­steu­er, wenn der Ver­kauf außer­halb der ein­jäh­ri­gen Spe­ku­la­ti­ons­frist erfolgt und der Ver­käu­fer nicht gewerb­lich han­delt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 17.05.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 20.04.2010, Az.: 8 K 3038/08.

Der Klä­ger hat­te in dem Ver­fah­ren 1999 bei der DENIC eine Inter­net-Domain regis­trie­ren las­sen und die­se 2001 für 15.000 DM ver­kauft. Das Finanz­amt sah hier­in eine nach § 22 Nr. 3 EStG zu besteu­ern­de sons­ti­ge Leis­tung. Denn der Klä­ger habe gegen Zah­lung eines Ent­gelts auf sei­ne Nut­zungs­mög­lich­keit der Domain ver­zich­tet.

Dem ist der 8. Senat des FG Köln in sei­nem Urteil nicht gefolgt, so betont Pas­sau.

Eine sons­ti­ge Leis­tung set­ze vor­aus, dass der Klä­ger aus einem eige­nen Recht die Domain fort­lau­fend über­las­se. Nach den Ver­trags­be­din­gun­gen der DENIC bedür­fe die Über­tra­gung einer Domain jedoch der Kün­di­gung des bis­he­ri­gen Regis­trie­rungs­ver­trags. Damit habe der Klä­ger sein Recht an der Domain end­gül­tig ver­lo­ren. Der 8. Senat hat die Revi­si­on zum BFH zuge­las­sen, da der BFH bis­her noch nicht ent­schie­den hat, ob der Ver­kauf einer Domain als sons­ti­ge Leis­tung steu­er­bar ist. Ein­nah­men wer­den nur dann mit Ein­kom­men­steu­er belas­tet, wenn sie unter eine der 7 Ein­kunfts­ar­ten des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes fal­len (§ 2 Abs. 1 EStG). Da der Ver­kauf einer Inter­net-Domain im Urteils­fall nicht als sons­ti­ge Leis­tung nach § 22 Nr. 3 EStG zu besteu­ern war, der Ver­kauf auch außer­halb der ein­jäh­ri­gen Spe­ku­la­ti­ons­frist nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG erfolg­te und ein Bezug zu den übri­gen Ein­kunfts­ar­ten nicht vor­lag, hat­te eine Besteue­rung zu unter­blei­ben.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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