(Kiel) Es besteht kein Anspruch auf Erstat­tung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags, der auf das raten­wei­se aus­zu­zah­len­de Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­ben ent­fällt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 01.06.2010 ver­öf­fent­lich­te Urtei­le des Finanz­ge­richts  (FG) Köln vom 9. März 2010, Az.: 13 K 6409 und 13 K 49209.

Ein sol­cher Anspruch, der allen­falls auf dem Soli­da­ri­täts­zu­schlags­ge­setz 1995 (SolZG) beru­hen könn­te, bestehe weder im Rah­men der jähr­li­chen Kör­per­schaft­steu­er­ver­an­la­gung noch im Rah­men der Fest­set­zung des Anspruchs auf Aus­zah­lung des Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­bens nach § 37 Abs. 5 KStG. Die Klä­ge­rin, eine 1970 gegrün­de­te GmbH, woll­te vom Finanz­amt, dass es auf das fest­ge­stell­te Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­ben in Höhe von ca. 55.000 € einen Anspruch auf Aus­zah­lung des dar­auf ent­fal­len­den Soli­da­ri­täts­zu­schlags in Höhe von ca. 3.000 € fest­setzt.

Der Senat schloss sich im Ergeb­nis der Ver­wal­tungs­auf­fas­sung an und wies die Kla­ge ab, sp betont Pas­sau. Anders als bei der aus­schüt­tungs­ab­hän­gi­gen Rea­li­sie­rung von Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­ben, die Ende 2006 abge­schafft wor­den sei, min­de­re die ratier­li­che Erstat­tung des Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­bens die Bemes­sungs­grund­la­ge für den Soli­da­ri­täts­zu­schlag nicht mehr. Es bestehe daher inso­weit auch kein Aus­zah­lungs­an­spruch. Der Senat sah sich nicht zu einer Vor­la­ge an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt berech­tigt, da er von einem Ver­fas­sungs­ver­stoß durch die Neu­re­ge­lung zur Rea­li­sie­rung des Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­bens ab dem 1. Janu­ar 2007 nicht über­zeugt war. Der Senat hat die Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen (BFH) zuge­las­sen.

Auch im Ver­fah­ren 13 K 49209, das im Wesent­li­chen den­sel­ben Streit­ge­gen­stand hat­te, so Pas­sau, blieb die Klä­ge­rin erfolg­los.

In die­sem Fall wies der 13. Senat die Kla­ge — eben­falls mit Urteil vom 9. März 2010 — aber bereits aus ver­fah­rens­recht­li­chen Grün­den als unzu­läs­sig ab. Die kla­gen­de GmbH wand­te sich mit einer Anfech­tungs­kla­ge gegen den Bescheid über die Fest­set­zung des Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­bens gem. § 37 Abs. 5 KStG. Sie woll­te in die­sem Bescheid einen Anspruch auf Aus­zah­lung eines ent­spre­chen­den Soli­da­ri­täts­zu­schlags in Höhe von ca. 1.000 € fest­ge­stellt haben. Ledig­lich hilfs­wei­se begehr­te sie eine ent­spre­chen­de Fest­set­zung in einem geson­der­ten Bescheid. In Bezug auf die Anfech­tungs­kla­ge feh­le es bereits an der erfor­der­li­chen Mög­lich­keit einer Rechts­ver­let­zung. Die Fest­set­zung eines Anspruchs auf Aus­zah­lung eines Soli­da­ri­täts­zu­schlags­gut­ha­bens sei näm­lich nicht Gegen­stand der Rege­lung des § 37 KStG. Bezüg­lich des Hilfs­an­trags erge­be sich die Unzu­läs­sig­keit aus dem inso­weit feh­len­den außer­ge­richt­li­chen Vor­ver­fah­ren.

In die­sem Fall hat der Senat die Revi­si­on beim BFH nicht zuge­las­sen, weil der Ent­schei­dung kei­ne über den Ein­zel­fall hin­aus­ge­hen­de Bedeu­tung zukom­me.

Ende 2006 wur­de die aus­schüt­tungs­ab­hän­gi­ge Rege­lung für die Erstat­tung von Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­ben abge­schafft. Dafür hat die Kör­per­schaft nun­mehr von 2008 bis 2017 einen unver­zins­li­chen Anspruch auf Aus­zah­lung des zum 31.12.2006 vor­han­de­nen Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­bens in zehn glei­chen Jah­res­be­trä­gen (§ 37 Abs. 5 KStG). Zu der Aus­zah­lung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags ent­hält das Gesetz kei­ne Rege­lung.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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