(Kiel) Der 10. Senat des Finanz­ge­richts Köln hat soeben ent­schie­den, dass die Abzugs­be­schrän­kung für häus­li­che Arbeits­zim­mer nicht greift, wenn das Arbeits­zim­mer bau­lich vom Wohn­be­reich getrennt ist und nur über einen Bereich erreicht wer­den kann, der auch von frem­den Per­so­nen genutzt wird.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 15. Okto­ber 2010 ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 09.09.2010 — 10 K 94406.

In dem ent­schie­de­nen Ver­fah­ren klag­ten die Eigen­tü­mer eines Zwei­fa­mi­li­en­hau­ses, die zur Ver­wal­tung ihres umfang­rei­chen Immo­bi­li­en­ver­mö­gens von ihrer Woh­nung zwei Zim­mer mit WC und Flur (ins­ge­samt 88 qm) als Büro abge­trennt hat­ten. Von den hier­auf ent­fal­len­den Kos­ten erkann­te das Finanz­amt 2002 ledig­lich den Höchst­be­trag für häus­li­che Arbeits­zim­mer von 1.250 Euro je Klä­ger an (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 b EStG).

Dem folg­te der 10. Senat des Finanz­ge­richts Köln nicht, so Pas­sau.

Er stuf­te das Arbeits­zim­mer viel­mehr als außer­häus­li­ches ein und ließ die tat­säch­lich ent­stan­de­nen Kos­ten in Höhe von ca. 21.000 Euro zum Abzug zu. Nach der Urteils­be­grün­dung liegt bereits dann ein außer­häus­li­ches Arbeits­zim­mer vor, wenn die Räum­lich­kei­ten so getrennt sind, dass man nicht vom Arbeits­zim­mer zur Woh­nung und umge­kehrt wech­seln kann, ohne dass man in einen Bereich ein­tre­ten muss, der auch von frem­den Per­so­nen genutzt wird. Dies sei im ent­schie­de­nen Fall gege­ben, da die ursprüng­lich zwi­schen Woh­nung und Büro bestehen­den Ver­bin­dungs­tü­ren mit­tels einer Plat­te bzw. Dämm­ma­te­ri­al fest ver­schlos­sen und ver­fugt waren, der Zugang zum Büro über eine sepa­ra­te Haus­tür erfolg­te und die zwei­te Woh­nung fremd ver­mie­tet war. Auch hielt es der Senat für unbe­acht­lich, dass sich Arbeits­zim­mer und Woh­nung einen gemein­sa­men Bal­kon teil­ten, da die Bal­kon­tür des Büros nicht von außen zu öff­nen war.

Der Senat hat die Revi­si­on zum Bun­de­fi­nanz­hof — BFH — zuge­las­sen. Denn mög­li­cher­wei­se sei er mit sei­nem Urteil von des­sen Recht­spre­chung abge­wi­chen. Der BFH hat­te in einem Urteil vom 13.11.2002 (VI R 16400) ent­schie­den, dass ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer auch in einem Anbau zum Wohn­haus mit sepa­ra­ter Ein­gangs­tür lie­gen kann. Aller­dings konn­te in dem vom BFH ent­schie­de­nen Fall der Anbau nur über den zum Wohn­haus gehö­ren­den Gar­ten betre­ten wer­den.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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