(Kiel) Bei der Anschaf­fung von Gesell­schafts­an­tei­len sind die Kos­ten der finan­zi­el­len und recht­li­chen Due Dili­gence regel­mä­ßig den Anschaf­fungs­kos­ten zuzu­ord­nen.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, ent­schied der 13. Senat des Finanz­ge­richts (FG) Köln in einem am 15.11.2010 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 6. Okto­ber 2010 (13 K 418807).

Die Klä­ge­rin, eine deut­sche Akti­en­ge­sell­schaft, behan­del­te Bera­tungs­kos­ten in Höhe von ca. 350.000 €, die ihr im Zusam­men­hang mit dem Erwerb einer bri­ti­schen Limi­ted und zwei­er nie­der­län­di­scher Unter­neh­men ent­stan­den sind, als sofort abzieh­ba­re Betriebs­aus­ga­ben. Das Finanz­amt beur­teil­te die Kos­ten als akti­vie­rungs­pflich­ti­ge Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten.

Der 13. Senat gab dem Finanz­amt Recht, so Pas­sau, und wies die Kla­ge ab.

Er folg­te dabei der Recht­spre­chung des VIII.-BFH-Senats. Danach sind Gut­ach­ten­kos­ten, die im Zusam­men­hang mit der Anschaf­fung von GmbH-Geschäfts­an­tei­len anfal­len, als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten zu akti­vie­ren, wenn sie nach einem grund­sätz­lich gefass­ten Erwerbs­ent­schluss ent­ste­hen und das Gut­ach­ten nicht ledig­lich der Vor­be­rei­tung einer noch unbe­stimm­ten, erst spä­ter zu tref­fen­den Erwerbs­ent­schei­dung dient. Der Senat stell­te ent­schei­dend dar­auf ab, dass zum Zeit­punkt der Ertei­lung eines Due Dili­gence Auf­trags regel­mä­ßig davon aus­zu­ge­hen ist, dass bereits eine grund­sätz­li­che Erwerbs­ent­schei­dung gefal­len ist. Die Annah­me, ein Ziel­un­ter­neh­men eröff­ne einem Inter­es­sen­ten einen der­ar­tig weit­ge­hen­den Zugriff auf die Unter­neh­mens­in­ter­na, ohne dass die Geheim­hal­tung und ein gemein­sa­mes Ziel wie ein Kauf oder eine Ver­schmel­zung ver­ein­bart wor­den sei­en, hält der Senat für lebens­fremd.

Der Senat hat gegen sei­ne Ent­schei­dung die Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen zuge­las­sen. Er weist in die­sem Zusam­men­hang u.a. dar­auf hin, dass die ein­schlä­gi­gen Ent­schei­dun­gen des BFH jeweils zu Über­schus­s­ein­künf­ten und nicht zu den teil­wei­se durch Son­der­vor­schrif­ten gepräg­ten Gewinn­ein­künf­ten ergan­gen sei­en.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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