(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass die Grund­er­werb­steu­ern, die infol­ge des Hin­zu­er­werbs von Gesell­schafts­an­tei­len auf­grund einer Anteils­ver­ei­ni­gung ent­ste­hen, nicht als Anschaf­fungs­kos­ten auf die hin­zu­er­wor­be­nen Antei­le zu behan­deln sind, son­dern sofort als Betriebs­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den kön­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 22 Juni 2011 zum Urteil vom 20. April 2011 — I R 210.

Ver­ei­ni­gen sich — z.B. durch den Zukauf wei­te­rer Gesell­schafts­an­tei­le — min­des­tens 95 % der Gesell­schafts­an­tei­le einer grund­be­sit­zen­den Gesell­schaft in der Hand eines Gesell­schaf­ters, muss die­ser auf die der Gesell­schaft gehö­ren­den Grund­stü­cke Grund­er­werb­steu­ern zah­len. Das gilt auch dann, wenn der Gesell­schaf­ter die Antei­le ganz oder teil­wei­se nur “mit­tel­bar” über eine wei­te­re, von ihm beherrsch­te Gesell­schaft hält. In dem vom BFH zu ent­schei­den­den Fall muss­te nach die­sen Regeln eine GmbH Grund­er­werb­steu­ern auf die Grund­stü­cke einer Toch­ter­ge­sell­schaft zah­len, nach­dem ihr deren Geschäfts­an­tei­le zu einem Teil durch eine sog. Sach­ein­la­ge zuge­führt wor­den waren; die rest­li­chen Antei­le an der Toch­ter­ge­sell­schaft hielt eine wei­te­re Toch­ter­ge­sell­schaft der GmbH.

Der BFH hat ent­schie­den, so Pas­sau, dass die Grund­er­werb­steu­ern den sofort abzieh­ba­ren Betriebs­aus­ga­ben der GmbH und nicht den Anschaf­fungs­kos­ten der ein­ge­leg­ten Antei­le zuzu­ord­nen sind. Besteue­rungs­ob­jekt der Grund­er­werb­steu­er bei der Anteils­ver­ei­ni­gung ist nicht der Erwerb der Gesell­schafts­an­tei­le, son­dern ein fik­ti­ver Erwerb der Grund­stü­cke. Des­halb fehlt es an dem für die Ein­ord­nung als Anschaf­fungs­kos­ten erfor­der­li­chen inhalt­li­chen (“fina­len”) Bezug zum Vor­gang des Anteils­er­werbs.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen und/oder steu­er­straf­recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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