(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass eine Gemein­de aus den Kos­ten der Sanie­rung eines als öffent­li­che Stra­ße gewid­me­ten Markt­plat­zes zum antei­li­gen Vor­steu­er­ab­zug berech­tigt ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 08. Juni 2011 zum Urteil vom 3. März 2011 — V R 2310.

Die Ent­schei­dung ist von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung für die Umsatz­be­steue­rung der öffent­li­chen Hand.

Wenn wirt­schaft­li­che Akti­vi­tä­ten der öffent­li­chen Hand, die im Wett­be­werb mit pri­va­ten Unter­neh­men ste­hen kön­nen, nicht besteu­ert wer­den, kommt es zu Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zu Las­ten pri­va­ter Kon­kur­ren­ten. Dies gilt nicht nur für ent­gelt­li­che Leis­tun­gen, die juris­ti­sche Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts auf pri­vat­recht­li­cher Grund­la­ge erbrin­gen, son­dern auch, wenn sie auf öffent­lich-recht­li­cher Grund­la­ge gegen Ent­gelt tätig sind und inso­weit ein Wett­be­werbs­ver­hält­nis zu pri­va­ten Leis­tungs­an­bie­tern besteht. Auch das Han­deln durch gebüh­ren­pflich­ti­gen Ver­wal­tungs­akt kann bei Vor­lie­gen eines Wett­be­werbs­ver­hält­nis­ses zur Umsatz­steu­er­pflicht der öffent­li­chen Hand füh­ren.

Die Steu­er­pflicht der öffent­li­chen Hand kann sich jedoch auch zuguns­ten der öffent­li­chen Hand aus­wir­ken, wenn sie nach den vor­ste­hen­den Kri­te­ri­en als Unter­neh­mer steu­er­pflich­ti­ge Leis­tun­gen erbringt und daher zum Vor­steu­er­ab­zug berech­tigt ist. Eine der­ar­ti­ge Fall­ge­stal­tung liegt dem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil zugrun­de. Eine Gemein­de nutz­te einen als öffent­li­che Stra­ße gewid­me­ten und inso­weit hoheit­lich genutz­ten Markt­platz bei der Ver­an­stal­tung von Wochen­märk­ten dadurch als Unter­neh­mer, dass sie Stand­plät­ze an Markt­ta­gen unter Ver­zicht auf die Steu­er­be­frei­ung für Ver­mie­tungs­leis­tun­gen an Händ­ler ver­mie­te­te.

Ent­ge­gen der Ent­schei­dung der Vor­in­stanz ist die Gemein­de nach dem Urteil des BFH trotz der ansons­ten hoheit­li­chen Nut­zung für den Gemein­ge­brauch auf­grund der umsatz­steu­er­pflich­ti­gen Ver­mie­tung der Stand­flä­chen zum antei­li­gen Vor­steu­er­ab­zug aus den Kos­ten für die Sanie­rung des Markt­plat­zes berech­tigt, so Pas­sau.

Die Sache wur­de an das Finanz­ge­richt zurück­ver­wie­sen, damit die­ses nun­mehr über die Fra­ge der Vor­steu­er­auf­tei­lung ent­schei­det. Dazu waren wei­te­re Fest­stel­lun­gen erfor­der­lich. Nach dem Urteil des BFH kann eine Vor­steu­er­auf­tei­lung nach der Anzahl der Markt­ta­ge im Kalen­der­jahr erfol­gen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen und/oder steu­er­straf­recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies. 

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Jörg Pas­sau
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