(Kiel)  Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass die kurz­fris­ti­ge Ein­zah­lung von Geld auf ein betrieb­li­ches Kon­to einen Miss­brauch von Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten (§ 42 der Abga­ben­ord­nung — AO — ) dar­stellt, wenn sie allein dazu die­nen soll, die Hin­zu­rech­nung nach § 4 Abs. 4a des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) nicht abzieh­ba­rer Schuld­zin­sen zu ver­mei­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 21.11.2012 zu sei­nem Urteil vom 21. August 2012 — Az. VIII R 3209.

Der Abzug von Schuld­zin­sen als Betriebs­aus­ga­ben wird durch die­se Vor­schrift ein­ge­schränkt, wenn der Unter­neh­mer mehr aus dem Betriebs­ver­mö­gen ent­nom­men hat, als dem Betrieb zuvor durch Ein­la­gen und Gewin­ne zuge­führt wor­den ist (sog. Über­ent­nah­men). Schuld­zin­sen wer­den, soweit sie auf Über­ent­nah­men beru­hen, pau­schal dem Gewinn wie­der hin­zu­ge­rech­net.

Im Streit­fall woll­te der Klä­ger die Hin­zu­rech­nung nicht abzieh­ba­rer Schuld­zin­sen dadurch ver­mei­den, dass er jeweils zum Ende des Jah­res und nur für weni­ge Tage hohe Geld­be­trä­ge auf ein betrieb­li­ches Kon­to ein­zahl­te. Das Geld hat­te er sich von einem Kre­dit­in­sti­tut gelie­hen. Die Ein­zah­lun­gen soll­ten als Ein­la­gen den für die Berech­nung der nicht abzieh­ba­ren Schuld­zin­sen maß­geb­li­chen Über­ent­nah­me­sal­do ver­min­dern.

Der BFH hat ent­schie­den, so Pas­sau, dass die Ein­zah­lun­gen zwar Ein­la­gen sind, dass sie jedoch einen Gestal­tungs­miss­brauch dar­stel­len und des­halb der Besteue­rung nicht zugrun­de gelegt wer­den kön­nen. Zum einen waren die Ein­la­gen für den Betrieb wirt­schaft­lich ohne Bedeu­tung und soll­ten allein dazu die­nen, die per­sön­li­che Steu­er zu min­dern. Zum ande­ren könn­te auf dem vom Klä­ger ein­ge­schla­ge­nen Weg der Zweck des § 4 Abs. 4a EStG, den Schuld­zin­sen­ab­zug effek­tiv zu begren­zen, voll­stän­dig unter­lau­fen wer­den. Dies wird durch die Anwen­dung von § 42 AO ver­mie­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 

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Jörg Pas­sau
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