(Kiel) Der III. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass die Absen­kung der Alters­gren­ze für die Berück­sich­ti­gung von Kin­dern ver­fas­sungs­ge­mäß ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 24.11.2010 bekannt gege­be­ne Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BGH) vom 17. Juni 2010 — III R 3509.

Für Kin­der, die sich in Aus­bil­dung befin­den, wer­den Kin­der­geld und Frei­be­trä­ge nur bis zur gesetz­lich gere­gel­ten Alters­gren­ze gewährt, die durch das Steu­er­än­de­rungs­ge­setz 2007 von der Voll­endung des 27. auf die Voll­endung des 25. Lebens­jah­res abge­senkt wur­de. Die nied­ri­ge­re Alters­gren­ze genügt dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Gebot der steu­er­li­chen Ver­scho­nung des Fami­li­en­exis­tenz­mi­ni­mums, da Eltern ihre tat­säch­li­chen Unter­halts­leis­tun­gen für älte­re Kin­der als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung abzie­hen kön­nen (§ 33a Abs 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes — EStG -). Sie ent­hält nach Ansicht des BFH auch kei­ne ver­fas­sungs­recht­lich unzu­läs­si­ge Rück­wir­kung hin­sicht­lich der­je­ni­gen Kin­der, die im Ver­trau­en auf die bis­he­ri­ge Alter­gren­ze eine lang­wie­ri­ge Aus­bil­dung begon­nen haben, so Pas­sau.

Wenn Kin­der wegen Über­schrei­tung der Alters­gren­ze nicht mehr berück­sich­tigt wer­den, ent­fal­len dadurch auch ande­re steu­er­li­che Vor­tei­le wie z. B. der Ent­las­tungs­be­trag für Allein­er­zie­hen­de (§ 24b EStG) und der Frei­be­trag zur Abgel­tung des Son­der­be­darfs wegen aus­wär­ti­ger Unter­brin­gung des Kin­des (§ 33a Abs. 2 EStG); Nach­tei­le kön­nen sich auch bei der För­de­rung der Alters­vor­sor­ge der Eltern oder bei der Beam­ten­be­sol­dung und -bei­hil­fe erge­ben. Ob die­se Fol­gen ver­fas­sungs­ge­mäß sind, hat der BFH nicht ent­schie­den.

Es ist zu erwar­ten, dass im Streit­fall oder einem der zugleich ent­schie­de­nen Par­al­lel­fäl­le Ver­fas­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt wird.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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