(Kiel) Ren­ten­nach­zah­lun­gen, die für Jah­re vor 2005 geleis­tet wer­den, kön­nen nicht mit dem Ertrags­an­teil, son­dern müs­sen mit dem durch das Alters­ein­künf­te­ge­setz nor­mier­ten Besteue­rungs­an­teil besteu­ert wer­den, wenn die Ren­ten­zah­lun­gen erst nach dem 1. Janu­ar 2005, dem Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens die­ses Geset­zes, zuge­flos­sen sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 27. Juli 2011 zu sei­nem Urteil vom 13. April 2011 — X R 110, mit dem die­ser mit ein anders lau­ten­des Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts aus dem Jahr 2009 auf­ge­ho­ben hat.

In dem Streit­fall hat­te die Klä­ge­rin im Febru­ar 2003 eine Ren­te wegen vol­ler Erwerbs­min­de­rung bean­tragt. Die Ren­ten­ver­si­che­rung Bund hat­te jedoch erst im Febru­ar 2005 die Erwerbs­min­de­rungs­ren­te rück­wir­kend bewil­ligt. Die ent­spre­chen­den Ren­ten­nach­zah­lun­gen wur­den von dem Finanz­amt mit dem Besteue­rungs­an­teil von 50 % besteu­ert und nicht — wie von der Klä­ge­rin bean­tragt — mit dem Ertrags­an­teil, der in ihrem Fall 4 % betra­gen hät­te. Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hat­te der Klä­ge­rin Recht gege­ben. Es war der Auf­fas­sung, Nach­zah­lun­gen für eine Zeit vor dem Inkraft­tre­ten des Alters­ein­künf­te­ge­set­zes sei­en jeden­falls dann noch nach der alten Rechts­la­ge zu besteu­ern, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge sei­ne Ren­te so früh­zei­tig bean­tragt habe, dass er die Zah­lun­gen vor dem 1. Janu­ar 2005 hät­te erwar­ten kön­nen.

Der BFH sah dies anders, so Pas­sau.

Die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung der Besteue­rung der Ren­ten sei aus­drück­lich auf alle Ren­ten­zah­lun­gen anzu­wen­den, die nach dem 31. Dezem­ber 2004 zuge­flos­sen sei­en. Für eine Ein­schrän­kung die­ser Vor­schrift bestehe kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­che Not­wen­dig­keit. Aus die­sem Grund hat der BFH auch in den Par­al­lel­fäl­len X R 1909 und X R 1710 die Besteue­rung der Ren­ten­nach­zah­lun­gen mit dem Besteue­rungs­an­teil bestä­tigt

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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