(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben in meh­re­ren Urtei­len ent­schie­den, dass auch die Erwerbs­min­de­rungs­ren­ten aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht mit dem — gewöhn­lich nied­ri­ge­ren — Ertrags­an­teil, son­dern mit dem sog. Besteue­rungs­an­teil zu besteu­ern sind. Die­se Besteue­rung beruht auf der Neu­re­ge­lung der steu­er­li­chen Behand­lung der Alters­ein­künf­te durch das Alters­ein­künf­te­ge­setz im Jahr 2004.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 27. Juli 2011 zu sei­nen Urtei­len vom 13. April 2011 —  X R 5409 sowie X R 1909 und X R 3309.

Der BFH hat­te bereits 2009 und 2010 die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit die­ses Geset­zes in Bezug auf die Alters­ren­ten grund­sätz­lich bejaht. Nun hat er ent­schie­den, dass die Neu­re­ge­lung auch in Bezug auf die Erwerbs­min­de­rungs­ren­ten nicht gegen die Ver­fas­sung ver­sto­ße, so Pas­sau.

In dem Streit­fall X R 5409 hat­te die Klä­ge­rin im Jahr 2005 eine Erwerbs­min­de­rungs­ren­te erhal­ten. Die­se Ren­te wur­de mit einem Besteue­rungs­an­teil von 50 % der Besteue­rung unter­wor­fen. Wäre die Ren­te dem­ge­gen­über noch im Jahr 2004 — dem Jahr vor dem Inkraft­tre­ten des Alters­ein­künf­te­ge­set­zes — gezahlt wor­den, wäre sie nur mit einem Ertrags­an­teil von 4 % zu besteu­ern gewe­sen.

Die durch die Neu­re­ge­lung des § 22 Nr. 1 Satz 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes ein­ge­tre­te­ne Steu­er­mehr­be­las­tung der Klä­ge­rin sah der BFH als durch den grund­le­gen­den Sys­tem­wech­sel der Ren­ten­be­steue­rung, der durch die Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts not­wen­dig gewor­den war, gerecht­fer­tigt an. Es bestehe kein ent­schei­den­der Unter­schied zu den Alters­ren­ten aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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