(Kiel) Bei der Ver­pfle­gung von Hotel­gäs­ten han­delt es sich um eine Neben­leis­tung zur Über­nach­tung, die als Teil der Gesamt­leis­tung am Ort des Hotels nach § 3a Abs. 2 Nr. 1 UStG steu­er­bar ist. Die Leis­tung wird auch dann am Bele­gen­heits­ort des Hotels aus­ge­führt, wenn es sich um Leis­tun­gen eines Rei­se­or­ga­ni­sa­tors gegen­über ande­ren Unter­neh­mern han­delt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf ein am 01.04.2009 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 15.01.2009 — AZ.: V R  906 -.

In dem Fall stell­te die Klä­ge­rin Leis­tungs­pa­ke­te zusam­men, die sie an Bus­rei­se­un­ter­neh­mer ver­kauft, die Pau­schal­rei­sen anbie­ten. Die­se umfas­sen Über­nach­tungs­leis­tun­gen mit Halb- oder Voll­pen­si­on sowie ergän­zen­de Leis­tun­gen, die sich z.B. auf Aus­flü­ge und Exkur­sio­nen bezie­hen. Die Klä­ge­rin ging davon aus, dass es sich bei den Über­nach­tungs- und Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen sowie bei den ergän­zen­den Leis­tun­gen, die in Zusam­men­hang mit im Aus­land gele­ge­nen Hotels erfolg­ten, um im Inland nicht steu­er­ba­re Umsät­ze han­del­te.

Nach den Fest­stel­lun­gen einer bei der Klä­ge­rin durch­ge­führ­ten Umsatz­steu­er-Son­der­prü­fung ent­fie­len von den im Zusam­men­hang mit aus­län­di­schen Hotels erbrach­ten Leis­tun­gen 23 auf den Hotel­be­reich und 13 auf die ergän­zen­den Leis­tun­gen. Inner­halb des Bereichs Hotel ord­ne­te der Prü­fer 87,5 v.H. der Auf­wen­dun­gen dem Bereich Über­nach­tun­gen und 12,5 v.H. der Auf­wen­dun­gen dem Bereich Ver­pfle­gung im Rah­men von Voll- oder Halb­pen­si­on zu.

Das Finanz­amt ging davon aus, dass der Ver­pfle­gungs­an­teil bei Voll- oder Halb­pen­si­on sei ab dem 28. Juni 1998 selbst dann nach § 3a Abs. 1 UStG im Inland steu­er­bar und steu­er­pflich­tig sei, wenn die Voll- oder Halb­pen­si­ons­leis­tun­gen gegen­ständ­lich im Aus­land erbracht wor­den sei­en.  

Ein­spruch und Kla­ge hat­ten kei­nen Erfolg. Dage­gen wand­te sich die Klä­ge­rin mit der Begrün­dung, die Ansich­ten des Finanz­am­tes und des Finanz­ge­richts führ­ten zu einer gegen den Neu­tra­li­täts­grund­satz ver­sto­ßen­den Dop­pel­be­steue­rung, weil ande­re Mit­glied­staa­ten eine EG-Son­der­re­ge­lung anwen­de­ten.

Zu Recht, wie der BFH nun befand, so Pas­sau.

Bei den von der Klä­ge­rin erbrach­ten Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen han­de­le es sich um eine Neben­leis­tung zur Unter­brin­gung, die nach § 3a Abs. 2 Nr. 1 UStG im übri­gen Gemein­schafts­ge­biet am Bele­gen­heits­ort des jewei­li­gen Hotels steu­er­bar sei. Ein Steu­er­an­spruch erge­be sich auch nicht aus § 25 UStG.

Die Ver­pfle­gung von Hotel­gäs­ten gehö­re zu den tra­di­tio­nel­len Auf­ga­ben eines Hote­liers, wie bereits die in Zusam­men­hang mit Unter­brin­gungs­leis­tun­gen all­ge­mein gebräuch­li­chen  Begrif­fe “Halb­pen­si­on” und “Voll­pen­si­on” zeig­ten. Bezo­gen auf Unter­brin­gung und Ver­pfle­gung als Gesamt­leis­tung betrug der auf die Ver­pfle­gung ent­fal­len­de Anteil hier nur 12,5 v.H., so dass die Ver­pfle­gung im Ver­gleich zur Unter­brin­gung auch einen nur gerin­gen Teil des Pau­schal­be­trags aus­mach­te. Im Streit­fall sei­en die von der Klä­ge­rin erbrach­ten Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen daher als Neben­leis­tung zur Über­nach­tung anzu­se­hen.

Auf der Grund­la­ge der vom Finanz­ge­richt  getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen lagen die Vor­aus­set­zun­gen für eine inlän­di­sche Besteue­rung des Ver­pfle­gungs­an­teils bei Hotel­über­nach­tun­gen im Aus­land hier  nicht vor.

Pas­sau emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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