(Kiel) Die Beschrän­kung des Aus­bil­dungs­frei­be­tra­ges auf voll­jäh­ri­ge Kin­der ab 2002 ist nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg nicht ver­fas­sungs­wid­rig.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg vom 10.06.2009 zum Urteil vom 25. März 2009 (Akten­zei­chen 2 K 179705).

Nach § 33a Abs. 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) in sei­ner ab 2002 gel­ten­den Fas­sung wird Eltern für voll­jäh­ri­ge Kin­der, die sich in einer Berufs­aus­bil­dung befin­den und aus­wär­tig unter­ge­bracht sind, ein soge­nann­ter Aus­bil­dungs­frei­be­trag von bis zu € 924 pro Jahr gewährt, d.h. um die­sen Betrag ver­min­dert sich das zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men der Eltern. Bis zum Jahr 2001 war ein Aus­bil­dungs­frei­be­trag grund­sätz­lich auch für min­der­jäh­ri­ge aus­wär­tig unter­ge­brach­te Kin­der gewährt wor­den. Die Beschrän­kung auf voll­jäh­ri­ge Kin­der ist nach dem Urteil des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg vom 25. März 2009 ver­fas­sungs­ge­mäß, so Pas­sau.

Geklagt hat­ten die Eltern zwei­er min­der­jäh­ri­ger Kin­der, wel­che auf­grund ihrer beson­de­ren mathe­ma­ti­schen Bega­bung ein ent­spre­chend aus­ge­rich­te­tes Inter­nat besuch­ten. Die Eltern mach­ten gel­tend, die Ver­sa­gung des Aus­bil­dungs­frei­be­tra­ges für ihre Kin­der — für deren Aus­bil­dung im Inter­nat ihnen unstrei­tig höhe­re Auf­wen­dun­gen als € 924 pro Kind ent­stan­den waren — ver­let­ze den Gleich­heits­satz des Art. 3 des Grund­ge­set­zes (GG) und das in Art. 6 Abs. 2 GG garan­tier­te Recht der Pfle­ge und Erzie­hung ihrer Kin­der. Das Finanz­ge­richt sah die bean­stan­de­te Rege­lung hin­ge­gen als vom Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers gedeckt an und ver­wies zur Begrün­dung ins­be­son­de­re zum einen auf die all­ge­mein gewähr­ten Kin­der­frei­be­trä­ge für den Betreu­ungs-, Erzie­hungs- und Aus­bil­dungs­be­darf bzw. das Kin­der­geld, zum ande­ren auf den Umstand, dass der Schul- und Uni­ver­si­täts­be­such weit­ge­hend kos­ten­frei gewährt wer­de. Die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen min­der­jäh­ri­gen und voll­jäh­ri­gen Kin­dern sei auch des­halb gerecht­fer­tigt, weil die aus­wär­ti­ge Unter­brin­gung voll­jäh­ri­ger Kin­der ihren Grund häu­fig dar­in habe, dass die von dem Kind gewähl­te Berufs­aus­bil­dung bzw. das gewähl­te Stu­di­um vor Ort nicht ange­bo­ten wür­den, wäh­rend min­der­jäh­ri­ge Kin­der sich regel­mä­ßig noch in der schu­li­schen Aus­bil­dung befän­den, wel­che stets nahe dem Wohn­ort der Eltern absol­viert wer­den kön­ne.

Das Urteil ist rechts­kräf­tig.

Er emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und
geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de