(Kiel) Kin­der, die einen Frei­wil­li­gen­dienst leis­ten, wer­den steu­er­recht­lich nur berück­sich­tigt, wenn der Dienst die Vor­aus­set­zun­gen des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. d EStG in Ver­bin­dung mit der jewei­li­gen Ver­wei­sungs­norm erfüllt. Die Vor­schrift ist nicht ana­log auf ande­re frei­wil­li­ge sozia­le Diens­te anwend­bar.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel sei der Tenor eines am 24.06.2009 ver­öf­fent­lich­ten Urteils des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom  18. März 2009, Az.: III R 3307.

Mit die­ser Begrün­dung lehn­te der BFH den Antrag eines Vaters ab, der für den Zeit­raum, in dem sei­ne Toch­ter einen durch die “Akti­on Süh­ne­zei­chen Frie­dens­diens­te e.V.” orga­ni­sier­ten Dienst in Nor­we­gen leis­te­te, Kin­der­geld ver­lang­te. Hier betreu­te die Toch­ter  psy­chisch kran­ke Men­schen bei einem ört­li­chen sozia­len Trä­ger. Neben frei­er Unter­kunft und Ver­pfle­gung erhielt sie ein monat­li­ches Taschen­geld in Höhe von 120 €.

Nach Auf­fas­sung des BFH wer­den Kin­der, die einen frei­wil­li­gen unent­gelt­li­chen Dienst leis­ten, für das Kin­der­geld nur dann berück­sich­tigt, wenn es sich um einen in § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. d des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes auf­ge­zähl­ten Frei­wil­li­gen­dienst han­delt.

Dies sei aber hier nach Auf­fas­sung des BGH aber nicht der Fall gewe­sen, so Pas­sau.

Die hier von der “Akti­on Süh­ne­zei­chen Frie­dens­diens­te e.V.” orga­ni­sier­ten Diens­te im Aus­land erfüll­ten in dem Zeit­raum nicht die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen eines frei­wil­li­gen sozia­len Jah­res i.S. des Geset­zes zur För­de­rung eines frei­wil­li­gen sozia­len Jah­res (FSJG), eines frei­wil­li­gen öko­lo­gi­schen Jah­res i.S. des Geset­zes zur För­de­rung eines frei­wil­li­gen öko­lo­gi­schen Jah­res (FÖJG), eines euro­päi­schen Frei­wil­li­gen­diens­tes oder eines ande­ren Diens­tes im Aus­land i.S. von § 14b des Zivil­dienst­ge­set­zes (ZDG).

Diens­te i.S. des § 14b ZDG sei­en Diens­te im Aus­land, die das fried­li­che Zusam­men­le­ben der Völ­ker för­dern, von einem nach § 14b Abs. 3 ZDG aner­kann­ten Trä­ger durch­ge­führt wer­den und von einem aner­kann­ten Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rer unent­gelt­lich anstel­le des Zivil­diens­tes geleis­tet wer­den. Es ver­sto­ße nicht gegen Art. 3 GG, dass ande­re Kin­der, die einen ver­gleich­ba­ren Frie­dens­dienst im Aus­land erbrin­gen, nicht berück­sich­tigt wer­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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