(Kiel) Die Ein­heits­be­wer­tung des Grund­ver­mö­gens ist vom Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) trotz ver­fas­sungs­recht­li­cher Zwei­fel bis­lang als ver­fas­sungs­ge­mäß beur­teilt wor­den. In einem soeben ver­öf­fent­lich­ten Urteil hat der BFH dar­an jeden­falls für Stich­ta­ge bis zum 1. Janu­ar 2007 fest­ge­hal­ten, aber zusätz­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das wei­te­re Unter­blei­ben einer all­ge­mei­nen Neu­be­wer­tung des Grund­ver­mö­gens für Zwe­cke der Grund­steu­er mit ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen, ins­be­son­de­re mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes GG ), nicht ver­ein­bar sei.

Hier­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 11. August 2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 30. Juni 2010 — II R 6008.

Zur Begrün­dung führt der BFH aus, dass die Fest­schrei­bung der Wert­ver­hält­nis­se auf den Haupt­fest­stel­lungs­zeit­punkt (1. Janu­ar 1964) nur sach­ge­recht und aus ver­fas­sungs­recht­li­cher Sicht hin­nehm­bar sei, wenn der Haupt­fest­stel­lungs­zeit­raum eine ange­mes­se­ne Dau­er nicht über­schrei­te. Die über mehr als vier Jahr­zehn­te unver­än­der­te Ein­heits­be­wer­tung des Grund­be­sit­zes ver­feh­le ins­be­son­de­re die sich aus Art. 3 Abs. 1 GG erge­ben­den Anfor­de­run­gen an eine rea­li­täts­ge­rech­te Bewer­tung. Auf unbe­grenz­te Dau­er sei es auch nicht hin­nehm­bar, dass eine Wert­min­de­rung wegen Alters nach dem Haupt­fest­stel­lungs­zeit­punkt (1. Janu­ar 1964) aus­ge­schlos­sen wer­de. Fer­ner füh­re das jahr­zehn­te­lan­ge Unter­las­sen einer flä­chen­de­cken­den Grund­stücks­neu­be­wer­tung zwangs­läu­fig zu ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr hin­nehm­ba­ren Defi­zi­ten beim Geset­zes­voll­zug, weil ver­fah­rens­recht­lich nicht sicher­ge­stellt wer­de, dass dem Finanz­amt Ände­run­gen der tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se bekannt wer­den.

Ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten sei eine erneu­te Haupt­fest­stel­lung beson­ders im Bei­tritts­ge­biet, wo die Wert­ver­hält­nis­se auf den 1. Janu­ar 1935 fest­ge­schrie­ben sei­en. Der sich dar­aus erge­ben­de gleich­heits­wid­ri­ge Zustand kön­ne im Hin­blick auf die ver­stri­che­ne Zeit nicht mehr mit den Über­gangs­schwie­rig­kei­ten nach der Wie­der­her­stel­lung der staat­li­chen Ein­heit Deutsch­lands gerecht­fer­tigt wer­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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