(Kiel) In einem am 10.06.2009 ver­öf­fent­lich­ten Urteil  vom 26.03.2009 hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) ent­schie­den, dass die Ver­sa­gung der Ent­fer­nungs­pau­scha­le für Fami­li­en­heim­flü­ge ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den ist. (Az.: VI R 4207).

In dem Fall, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, war strei­tig, ob Auf­wen­dun­gen für Heim­flü­ge im Rah­men einer dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung in Höhe der Ent­fer­nungs­pau­scha­le ange­setzt wer­den kön­nen. Das Finanz­amt hat­te nur die tat­säch­li­chen Flug­kos­ten zum Wer­bungs­kos­ten­ab­zug zuge­las­sen. Ein­spruchs- und Kla­ge­ver­fah­ren, in denen die Klä­ge­rin den Ansatz der Ent­fer­nungs­pau­scha­le auch für die mit dem Flug­zeug zurück­ge­leg­te Weg­stre­cke begehr­te, blie­ben ohne Erfolg.

Zu Recht, wie der BFH nun ent­schied, so Pas­sau.

Der Umstand, dass der Gesetz­ge­ber Flug­stre­cken nicht in die Ent­fer­nungs­pau­scha­le ein­be­zo­gen habe, begeg­ne kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Mit dem Abzug der tat­säch­li­chen Flug­kos­ten wah­re der Gesetz­ge­ber das objek­ti­ve Net­to­prin­zip in beson­de­rer Wei­se und tra­ge fol­ge­rich­tig dem Gebot der Besteue­rung nach der finan­zi­el­len Leis­tungs­fä­hig­keit Rech­nung. Soweit die Ent­fer­nungs­pau­scha­le als ent­fer­nungs­ab­hän­gi­ge Sub­ven­ti­on und damit als Len­kungs­norm wir­ke, sei es gleich­heits­recht­lich nicht zu bean­stan­den, wenn der Gesetz­ge­ber aus ver­kehrs- und umwelt­po­li­ti­schen Moti­ven Flug­stre­cken nicht in die Ent­fer­nungs­pau­scha­le ein­be­zo­gen habe. Der Steu­er­ge­setz­ge­ber sei grund­sätz­lich nicht gehin­dert, außer­fis­ka­li­sche För­de­rungs- und Len­kungs­zie­le aus Grün­den des Gemein­wohls zu ver­fol­gen. Er dür­fe nicht nur durch Ge- und Ver­bo­te, son­dern eben­so durch mit­tel­ba­re Ver­hal­tens­steue­rung auf Wirt­schaft und Gesell­schaft gestal­tend Ein­fluss neh­men.

Er emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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