(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat am 22.04.2009 ent­schie­den, dass das Ver­an­stal­ten von Trab­ren­nen einen steu­er­pflich­ti­gen wirt­schaft­li­chen Geschäfts­be­trieb begrün­den kann, auch wenn der Ver­ein im Übri­gen wegen För­de­rung der Tier­zucht gemein­nüt­zig und des­halb steu­er­be­freit ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 27.05.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 22.04.2009, Az.: I R 1507.

Der Klä­ger ist ein ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein, des­sen Sat­zungs­zweck die För­de­rung der Tra­ber­zucht, ins­be­son­de­re durch Ver­an­stal­tung von Trab­ren­nen, ist. Der X-Ver­band, des­sen Mit­glied der Klä­ger ist, för­dert und beauf­sich­tigt die Tra­ber­zucht und deren Leis­tungs­prü­fun­gen sowie ande­re Trab­ren­nen. Der Klä­ger wie auch der X-Ver­band sind wegen För­de­rung der Tier­zucht als gemein­nüt­zig aner­kannt. Er ver­trat die Auf­fas­sung, die Trab­ren­nen sei­en als Leis­tungs­prü­fun­gen für die Zucht uner­läss­lich und behan­del­te die Ein­nah­men aus den Trab­ren­nen als steu­er­be­güns­tig­ter Zweck­be­trieb, da es sich bei den ver­an­stal­te­ten Trab­ren­nen aus sei­ner Sicht „um rein züch­te­ri­sche Ver­an­stal­tun­gen” han­delt.

Die­ser Ansicht, so Pas­sau, konn­te sich der BFH jedoch nicht anschlie­ßen.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Betei­lig­ten sei­en Trab­ren­nen nicht nur züch­te­ri­sche Ver­an­stal­tun­gen. Auch aus Sicht des hier­für zah­len­den Publi­kums sei­en sie ein sport­li­ches Ereig­nis und belieb­ter Frei­zeit­spaß, des­sen Unter­hal­tungs­wert durch die Mög­lich­keit, auf den Aus­gang der Ren­nen zu wet­ten, zudem erheb­lich gestei­gert wer­de.

Damit unter­schei­den sich der­ar­ti­ge Renn­sport­ver­an­stal­tun­gen nach Auf­fas­sung des BFH  letzt­lich in nichts von ander­wei­ti­gen ver­gleich­ba­ren Ver­an­stal­tun­gen, wie bei­spiels­wei­se im Auto­mo­bil- und Rad­sport, im Schwimm­sport oder in der Leicht­ath­le­tik. Auch dort gehe es neben dem Ver­gnü­gen und dem Wett­kampf immer auch um die Erpro­bung und den “Test” von Mensch und Mate­ri­al, gewis­ser­ma­ßen also um Leis­tungs­prü­fun­gen. Den­noch stün­den Ver­gnü­gen und Wett­kampf im Vor­der­grund.

Der wirt­schaft­li­che Geschäfts­be­trieb “Renn­be­trieb” die­ne damit in sei­ner Gesamt­rich­tung nicht dazu, die steu­er­be­güns­tig­ten sat­zungs­mä­ßi­gen Zwe­cke zu ver­wirk­li­chen, denn er wer­de nicht allein durch den züch­te­ri­schen Zweck, son­dern in min­des­tens glei­cher Wei­se auch durch den sport­li­chen Cha­rak­ter der Ren­nen geprägt. Die Aus­le­se beson­ders leis­tungs­fä­hi­ger Tra­ber erfor­de­re zwar das Abhal­ten von Ren­nen; nicht erfor­der­lich sei  jedoch (dazu) das Abhal­ten von Leis­tungs­prü­fun­gen vor einem hier­für zah­len­den Publi­kum und die Aus­lo­bung erheb­li­cher Preis­gel­der, wel­che u.a. auch durch Start­gel­der finan­ziert wer­den müs­sen.

Pas­sau emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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