(Kiel) Eine soge­nann­te Pra­xis­aus­fall­ver­si­che­rung, durch die im Fal­le einer krank­heits­be­ding­ten Arbeits­un­fä­hig­keit des Steu­er­pflich­ti­gen die fort­lau­fen­den Kos­ten sei­nes Betrie­bes ersetzt wer­den, gehört des­sen Lebens­füh­rungs­be­reich an. Die Bei­trä­ge zu die­ser Ver­si­che­rung stel­len daher kei­ne Betriebs­aus­ga­ben dar, die Ver­si­che­rungs­leis­tung ist nicht steu­er­bar.

Hier­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 05.08.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 20. Mai 2009, Az. VIII R 6/07.

Wird neben dem pri­va­ten Risi­ko der Erkran­kung zugleich das betrieb­li­che Risi­ko der Qua­ran­tä­ne, also der ord­nungs­be­hörd­lich ver­füg­ten Schlie­ßung der Pra­xis, ver­si­chert, so steht § 12 Nr. 1 EStG dem Abzug der hier­auf ent­fal­len­den Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge als Betriebs­aus­ga­ben nicht ent­ge­gen, so der BFH

In dem Fall war strei­tig, ob Leis­tun­gen aus einer soge­nann­ten Pra­xis­aus­fall­ver­si­che­rung zu den Ein­künf­ten der Klä­ge­rin aus der Aus­übung des Arzt­be­rufs gehö­ren. Im Febru­ar 1998 mel­de­te die Klä­ge­rin der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft einen Scha­den. Danach war eine Betriebs­un­ter­bre­chung durch Krank­heit (Unfall) ein­ge­tre­ten. Auf­grund der Scha­dens­an­zei­ge erhielt die Klä­ge­rin in den Streit­jah­ren Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen von ins­ge­samt rund 220 000 DM. Die Zah­lun­gen wur­den nicht als Betriebs­ein­nah­men in der Gewinn­ermitt­lung berück­sich­tigt. Das Finanz­amt hin­ge­gen erfass­te die Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen aus der Pra­xis­aus­fall­ver­si­che­rung als Ein­nah­men aus frei­be­ruf­li­cher Tätig­keit.

Zu Unrecht, wie der BFH nun befand, so Pas­sau. Die von der Klä­ge­rin ver­ein­nahm­ten Zah­lun­gen aus der Pra­xis­aus­fall­ver­si­che­rung sei­en kei­ne Betriebs­ein­nah­men aus selb­stän­di­ger Arbeit.

Er emp­fahl, das Urteil  zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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