(Kiel) In einem am 10.06.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss  vom 05.05.2009 hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) ent­schie­den, dass Behin­der­te bei dem Ansatz ihrer Wege­kos­ten kei­ne Kom­bi­na­ti­on von Ent­fer­nungs­pau­scha­le und tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen vor­neh­men kön­nen. (Az.: VI R 7706).

In dem Fall, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, war die Klä­ge­rin, deren Grad der Behin­de­rung 90 v. H. beträgt, nicht­selb­stän­dig tätig und mach­te Wege­kos­ten für 195 Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te gel­tend. Ihren Anga­ben zufol­ge fuhr sie zunächst mit ihrem PKW von ihrer Woh­nung aus 17 km bis zum Bahn­hof nach A. Die ver­blei­ben­den 82 km nach B leg­te sie mit der Bahn zurück. Die Höhe der Auf­wen­dun­gen für öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel gab die Klä­ge­rin mit ins­ge­samt 1 682 € an. Das Finanz­amt  berück­sich­tig­te für die Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te Wer­bungs­kos­ten in Höhe von 6 360 € (1 248 € Wege­kos­ten PKW + 5 112 € Wege­kos­ten Öffent­li­cher Per­so­nen­nah­ver­kehr).

Hier­ge­gen leg­te die Klä­ge­rin Ein­spruch ein. Da sie zu 90 v.H. erwerbs­ge­min­dert sei, sei­en die Fahr­ten mit dem PKW zum Bahn­hof nicht ledig­lich in Höhe von 0,36÷0,40 € je Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter und damit ins­ge­samt in Höhe von 1 248 €, son­dern nach § 9 Abs. 2 Satz 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes in der für das Streit­jahr gel­ten­den Fas­sung (EStG) mit den tat­säch­li­chen Kos­ten — hier pau­schal — mit 0,30 € je gefah­re­nem Kilo­me­ter und damit ins­ge­samt in Höhe von 1 989 € zu berück­sich­ti­gen.

Damit, so Pas­sau, fand sie jedoch nun auch vor dem BFH in letz­ter Instanz kein Gehör.

Behin­der­te hät­ten nach dem ein­deu­ti­gen Wort­laut des § 9 Abs. 2 Satz 3 EStG nur die Wahl, die Wege­kos­ten ent­we­der ein­heit­lich nach den Ent­fer­nungs­pau­scha­len oder ein­heit­lich nach den tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen zu bemes­sen. Eine Kom­bi­na­ti­on von Ent­fer­nungs­pau­scha­le und tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen bei der Bemes­sung der Wege­kos­ten sei mit § 9 Abs. 2 Satz 3 EStG nicht ver­ein­bar.

Er emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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