(Kiel) In einem soeben ver­öf­fent­lich­ten Urteil hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) sei­ne Recht­spre­chung zur umsatz­steu­er­recht­li­chen Organ­schaft (Kon­zern­be­steue­rung) geän­dert. Das Urteil betrifft die in der Pra­xis häu­fig anzu­tref­fen­de Fall­kon­stel­la­ti­on der Betriebs­auf­spal­tung zwi­schen Schwes­ter­ge­sell­schaf­ten, die nach dem jet­zi­gen Urteil des BFH kei­ne Organ­schaft bil­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 23. Juni 2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 22. April 2010 — V R 909.

Bei der Klä­ge­rin han­del­te es sich um eine Kom­man­dit­ge­sell­schaft (KG), die eine Rei­he von ent­gelt­li­chen Leis­tun­gen an ihre Schwes­ter­ge­sell­schaft, eine GmbH, erbrach­te. Die GmbH betrieb Alten- und Pfle­ge­hei­me und führ­te dabei steu­er­freie Leis­tun­gen aus, so dass für sie kei­ne Berech­ti­gung zum Vor­steu­er­ab­zug bestand. An der KG und der GmbH waren drei Gesell­schaf­ter zu jeweils 13 betei­ligt. Die KG ging davon aus, dass zwi­schen ihr als herr­schen­der Organ­trä­ger und der GmbH als beherrsch­te Organ­ge­sell­schaft eine sog. Organ­schaft bestand und stütz­te dies dar­auf, dass sie die GmbH mit­tel­bar über die gemein­sa­men Gesell­schaf­ter beherr­schen kön­ne. Da alle Unter­neh­mens­tei­le einer der­ar­ti­gen Organ­schaft als ein­heit­li­ches Unter­neh­men zu behan­deln sind, und Leis­tun­gen zwi­schen die­sen Unter­neh­mens­tei­len nicht der Besteue­rung unter­lie­gen, war die KG wei­ter der Auf­fas­sung, dass sie ihre gegen­über der GmbH erbrach­ten Leis­tun­gen nicht zu ver­steu­ern habe. Für die GmbH wäre damit das Ent­ste­hen nicht­ab­zugs­fä­hi­ger Vor­steu­er­be­trä­ge ver­mie­den wor­den.

Dem folg­te der BFH unter Auf­ga­be sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung nicht, betont Pas­sau.

Nach dem Urteil des BFH kann eine GmbH nicht mit­tel­bar über meh­re­re gemein­sa­me Gesell­schaf­ter in eine Schwes­ter-KG ein­ge­glie­dert sein. Der BFH stützt dies ins­be­son­de­re dar­auf, dass die Organ­schaft ein kla­res Über- und Unter­ord­nungs­ver­hält­nis vor­aus­setzt, an dem es zwi­schen Schwes­ter­ge­sell­schaf­ten zumin­dest für die jetzt ent­schie­de­ne Fall­kon­stel­la­ti­on fehlt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und
geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de