(Kiel) Das Abzugs­ver­bot für Teil­wert­ab­schrei­bun­gen gemäß § 8 b Abs. 3 KStG auf Betei­li­gun­gen an Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten mit Sitz in einem Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on ist unab­hän­gig von der Höhe der Betei­li­gung gene­rell erst­mals im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2002 anwend­bar.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, hat das Finanz­ge­richt (FG) Köln in einem am 03.05.2010 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 14. Febru­ar 2010, Az.: 13 K 1806, ent­schie­den.

Der Senat hat­te über die Kla­ge einer inlän­di­schen GmbH zu ent­schei­den, die mit 50% an einer eng­li­schen Limi­ted betei­ligt war. Die Klä­ge­rin schrieb die Betei­li­gung in der Bilanz zum 31.12.2001 wegen dau­ern­der Wert­min­de­rung auf den nied­ri­ge­ren Teil­wert ab. Das Finanz­amt erkann­te die Teil­wert­ab­schrei­bung steu­er­lich nicht an, weil das Abzugs­ver­bot des § 8b Abs. 3 KStG in der Fas­sung des Steu­er­sen­kungs­ge­set­zes vom 23.10.2000 bei Aus­lands­be­tei­li­gun­gen bereits im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2001 anwend­bar sei.

Der Senat gab der Kla­ge in einem Zwi­schen­ur­teil dem Grun­de nach statt, so Pas­sau.

Er stütz­te sich dabei im Wesent­li­chen auf die EuGH-Ent­schei­dung vom 22.1.2009 in der Rechts­sa­che STEKO Indus­trie­mon­ta­gen GmbH (C-377/07). Dar­in hat­te der EuGH ent­schie­den, dass die Anwen­dungs­re­ge­lung zu § 8b Abs. 3 KStG, wonach das Abzugs­ver­bot für Teil­wert­ab­schrei­bun­gen auf Aus­lands­be­tei­li­gun­gen bereits ab 2001 gel­ten sol­le, auf Inlands­be­tei­li­gun­gen dage­gen erst ab 2002, gegen die euro­pa­recht­li­che Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit ver­sto­ße. Da das EuGH-Urteil den kon­kre­ten Sach­ver­halt einer Aus­lands­be­tei­li­gung von unter 10% betraf (sog. Streu­be­sitz), beschränkt die Finanz­ver­wal­tung die Anwend­bar­keit die­ser Ent­schei­dung der­zeit auf die­se Fälle.Der 13. Senat hat nun­mehr zuguns­ten der Steu­er­pflich­ti­gen klar­ge­stellt, dass die vom EuGH gerüg­te Euro­pa­rechts­wid­rig­keit glei­cher­ma­ßen auch für Betei­li­gun­gen von mehr als 10 % gel­te, da auch das Abzugs­ver­bot des § 8b Abs. 3 KStG unab­hän­gig von der Betei­li­gungs­hö­he ein­grei­fe. Er hat die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen nicht zuge­las­sen, weil er die gemein­schafts­recht­li­che Streit­fra­ge wie zuvor bereits das FG Düs­sel­dorf (Urteil vom 27.10.2009 6 K 272406 F ) durch den EuGH für ein­deu­tig geklärt hält. Auch eine erneu­te Vor­la­ge an den EuGH hielt der Senat nicht für erfor­der­lich.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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