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Abzug der Ver­lus­te aus­län­di­scher Toch­ter­ge­sell­schaf­ten bei einer deut­schen Mut­ter­ge­sell­schaft

 

(Kiel) Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hat über die Fra­ge ent­schie­den, ob und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen deut­sche Mut­ter­ge­sell­schaf­ten Ver­lus­te ihrer in ande­ren EU-Staa­ten ansäs­si­gen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten von ihrem eige­nen Ein­kom­men abzie­hen kön­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am am 12.04.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts (FG) vom 11.02.2010, Az.: 6 K 40608.

Nach § 14 des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes (KStG) kön­nen deut­sche Mut­ter­ge­sell­schaf­ten Ver­lus­te ihrer inlän­di­schen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten im Rah­men einer sog. Organ­schaft unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen mit eige­nen Gewin­nen ver­rech­nen. Toch­ter­ge­sell­schaf­ten in ande­ren EU-Mit­glied­staa­ten fal­len nicht unter die­se Rege­lung. Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt ist der Ansicht, dass § 14 KStG wohl inso­weit gegen die Nie­der­las­sungs­frei­heit nach Art. 43 und 48 des EG-Ver­trags ver­stößt, als auch sog. “defi­ni­ti­ve” Ver­lus­te der Toch­ter­ge­sell­schaf­ten von einem Abzug in Deutsch­land aus­ge­schlos­sen wer­den.

Das Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts erfolg­te auf der Grund­la­ge einer Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) vom 13.12.2005. Der EuGH hat­te hier in der Rechts­sa­che “Marks & Spen­cer” ent­schie­den, dass die EU-Staa­ten Ver­lust­ver­rech­nungs­mög­lich­kei­ten inner­halb eines Kon­zerns auf die im jewei­li­gen Mit­glied­staat ansäs­si­gen Gesell­schaf­ten beschrän­ken kön­nen, da dies im Grund­satz spie­gel­bild­lich der Besteue­rung der jewei­li­gen Gewin­ne ent­spricht. Wenn Ver­lus­te der Toch­ter­ge­sell­schaf­ten in deren Ansäs­sig­keits­staat aber infol­ge eines wirt­schaft­li­chen Miss­erfolgs (z.B. nach Liqui­da­ti­on oder Ver­kauf der Toch­ter­ge­sell­schaft) steu­er­lich gar nicht mehr gel­tend gemacht wer­den kön­nen, muss der Staat der Mut­ter­ge­sell­schaft der­ar­ti­ge “defi­ni­ti­ve” Ver­lus­te zum Abzug zulas­sen, falls er einen ent­spre­chen­den Ver­lust­ab­zug bei ver­gleich­ba­ren Ver­lus­ten inlän­di­scher Toch­ter­ge­sell­schaf­ten erlaubt.

Das Finanz­ge­richt hat jetzt ent­schie­den, dass für deut­sche Mut­ter­ge­sell­schaf­ten ein Abzug “defi­ni­ti­ver” Ver­lus­te aus­län­di­scher Toch­ter­ge­sell­schaf­ten aller­dings nur dann mög­lich ist, wenn sie sich im Vor­aus ver­trag­lich bin­dend zur Über­nah­me der Ver­lus­te ver­pflich­tet haben, so Pas­sau.

Es hat die­ses Erfor­der­nis aus § 14 Abs. 1 Satz 1 KStG her­ge­lei­tet. Die­se Vor­schrift setzt für inlän­di­sche Sach­ver­hal­te einen Gewinn­ab­füh­rungs­ver­trag vor­aus. Der Gewinn­ab­füh­rungs­ver­trag ist akti­en­recht­lich zwin­gend mit einer Ver­pflich­tung zur Ver­lust­über­nah­me ver­bun­den.

Im Streit­fall lagen die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht vor, denn die Klä­ge­rin hat­te sich nicht zur Über­nah­me der Ver­lus­te ihrer ita­lie­ni­schen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten ver­pflich­tet. Viel­mehr hat­te sie die­sen Gesell­schaf­ten — ohne ent­spre­chen­de recht­li­che Ver­pflich­tung — “frei­wil­lig” Kapi­tal in Form von Eigen- und Fremd­ka­pi­tal zur Ver­fü­gung gestellt.

Das Finanz­ge­richt hat die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung der Rechts­sa­che zuge­las­sen. Das Revi­si­ons­ver­fah­ren ist beim BFH unter dem Az. I R 1610 anhän­gig.

Pas­sau emp­fahl, den Fort­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und
geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
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Abzug der Ver­lus­te aus­län­di­scher Toch­ter­ge­sell­schaf­ten bei einer deut­schen Mut­ter­ge­sell­schaft

 

(Kiel) Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hat soeben über die Fra­ge ent­schie­den, ob und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen deut­sche Mut­ter­ge­sell­schaf­ten Ver­lus­te ihrer in ande­ren EU-Staa­ten ansäs­si­gen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten von ihrem eige­nen Ein­kom­men abzie­hen kön­nen.

Dar­auf ver­weist der der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 03.03.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts (FG) vom 11.02.2010 — Az. 6 K 40608 -.    

Nach § 14 des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes (KStG) kön­nen deut­sche Mut­ter­ge­sell­schaf­ten Ver­lus­te ihrer inlän­di­schen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten im Rah­men einer sog. Organ­schaft unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen mit eige­nen Gewin­nen ver­rech­nen. Toch­ter­ge­sell­schaf­ten in ande­ren EU-Mit­glied­staa­ten fal­len nicht unter die­se Rege­lung. Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt ist der Ansicht, dass § 14 KStG wohl inso­weit gegen die Nie­der­las­sungs­frei­heit nach Art. 43 und 48 des EG-Ver­trags ver­stößt, als auch sog. “defi­ni­ti­ve” Ver­lus­te der Toch­ter­ge­sell­schaf­ten von einem Abzug in Deutsch­land aus­ge­schlos­sen wer­den.

Das Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts erfolg­te auf der Grund­la­ge einer Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) vom 13.12.2005. Der EuGH hat­te hier in der Rechts­sa­che “Marks & Spen­cer” ent­schie­den, dass die EU-Staa­ten Ver­lust­ver­rech­nungs­mög­lich­kei­ten inner­halb eines Kon­zerns auf die im jewei­li­gen Mit­glied­staat ansäs­si­gen Gesell­schaf­ten beschrän­ken kön­nen, da dies im Grund­satz spie­gel­bild­lich der Besteue­rung der jewei­li­gen Gewin­ne ent­spricht. Wenn Ver­lus­te der Toch­ter­ge­sell­schaf­ten in deren Ansäs­sig­keits­staat aber infol­ge eines wirt­schaft­li­chen Miss­erfolgs (z.B. nach Liqui­da­ti­on oder Ver­kauf der Toch­ter­ge­sell­schaft) steu­er­lich gar nicht mehr gel­tend gemacht wer­den kön­nen, muss der Staat der Mut­ter­ge­sell­schaft der­ar­ti­ge “defi­ni­ti­ve” Ver­lus­te zum Abzug zulas­sen, falls er einen ent­spre­chen­den Ver­lust­ab­zug bei ver­gleich­ba­ren Ver­lus­ten inlän­di­scher Toch­ter­ge­sell­schaf­ten erlaubt.

Das Finanz­ge­richt hat jetzt ent­schie­den, dass für deut­sche Mut­ter­ge­sell­schaf­ten ein Abzug “defi­ni­ti­ver” Ver­lus­te aus­län­di­scher Toch­ter­ge­sell­schaf­ten aller­dings nur dann mög­lich ist, wenn sie sich im Vor­aus ver­trag­lich bin­dend zur Über­nah­me der Ver­lus­te ver­pflich­tet haben, betont Pas­sau.

Es hat die­ses Erfor­der­nis aus § 14 Abs. 1 Satz 1 KStG her­ge­lei­tet. Die­se Vor­schrift setzt für inlän­di­sche Sach­ver­hal­te einen Gewinn­ab­füh­rungs­ver­trag vor­aus. Der Gewinn­ab­füh­rungs­ver­trag ist akti­en­recht­lich zwin­gend mit einer Ver­pflich­tung zur Ver­lust­über­nah­me ver­bun­den.

Im Streit­fall lagen die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht vor, denn die Klä­ge­rin hat­te sich nicht zur Über­nah­me der Ver­lus­te ihrer ita­lie­ni­schen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten ver­pflich­tet. Viel­mehr hat­te sie die­sen Gesell­schaf­ten — ohne ent­spre­chen­de recht­li­che Ver­pflich­tung — “frei­wil­lig” Kapi­tal in Form von Eigen- und Fremd­ka­pi­tal zur Ver­fü­gung gestellt.

Das Finanz­ge­richt hat die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung der Rechts­sa­che zuge­las­sen. Ein Akten­zei­chen des BFH liegt der­zeit noch nicht vor.

Pas­sau emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und
geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
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