(Kiel) Der VIII. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat ent­schie­den, dass im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2008 – vor dem Sys­tem­wech­sel zur Abgel­tungs­teu­er – ange­fal­le­ne Schuld­zin­sen bei Ermitt­lung der Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen abge­zo­gen wer­den kön­nen, auch wenn die damit zusam­men­hän­gen­den Kapi­tal­er­trä­ge erst in spä­te­ren Jah­ren anfal­len und dann der Abgel­tungs­teu­er unter­lie­gen.

Das Wer­bungs­kos­ten­ab­zugs­ver­bot des § 20 Abs. 9 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) ist erst­ma­lig ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2009 anzu­wen­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 21.01.2015 zu sei­nem Urteil vom 27. August 2014 — VIII R 6013.

Im Streit­fall hat­te der Klä­ger eine teil­wei­se fremd­fi­nan­zier­te Fest­geld­an­la­ge getä­tigt. Die Beson­der­heit des Fal­les lag dar­in, dass ihm die Zins­er­trä­ge erst 2009 zuflos­sen, wäh­rend die Dar­le­hens­zin­sen bereits 2008, d.h. vor Ein­füh­rung der Abgel­tungs­teu­er, belas­tet wur­den. Wäh­rend das Finanz­amt unter Hin­weis auf § 20 Abs. 9 EStG den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug ablehn­te, gab das Finanz­ge­richt der Kla­ge statt.

Der BFH hat das Urteil der Vor­in­stanz bestä­tigt. Nach sei­ner Auf­fas­sung woll­te der Gesetz­ge­ber mit der Abgel­tungs­teu­er die Besteue­rung der Kapi­tal­ein­künf­te nicht schon zum 1. Janu­ar 2008, son­dern erst zum 1. Janu­ar 2009 umset­zen. Das hat zur Fol­ge, dass das Wer­bungs­kos­ten­ab­zugs­ver­bot des § 20 Abs. 9 EStG auf Kapi­tal­er­trä­ge grund­sätz­lich nur im Kalen­der­jahr ihres Zuflus­ses anzu­wen­den ist, d.h. ab 2009. Anhalts­punk­te dafür, dass § 20 Abs. 9 EStG erst­ma­lig — und ver­an­la­gungs­zeit­raum­über­grei­fend — bereits auf Wer­bungs­kos­ten anzu­wen­den ist, die mit nach dem 31. Dezem­ber 2008 zuflie­ßen­den Kapi­tal­er­trä­gen zusam­men­hän­gen, aber schon vor­her ange­fal­len sind, sieht der BFH nicht.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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