(Kiel) Spen­den an kom­mu­na­le Wäh­ler­ver­ei­ni­gun­gen sind nicht nach § 10b Abs. 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) begüns­tigt.

Wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 20. März 2017 — X R 5514 ent­schie­den hat, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung (BFH) vom 13.07.2017 zu sei­nem Urteil, sind zwar Spen­den an poli­ti­sche Par­tei­en i.S. von § 2 des Par­tei­en­geset­zes (PartG) bis zur Höhe von ins­ge­samt 1.650 € und im Fall der Zusam­men­ver­an­la­gung bis zur Höhe von 3.300 € im Kalen­der­jahr abzieh­bar. Neh­men Wäh­ler­ver­ei­ni­gun­gen aber nicht an den Bun­des­tags- oder Land­tags­wah­len teil, sind sie kei­ne Par­tei­en i.S. des PartG. Ein Spen­den­ab­zug nach § 10b EStG ist damit aus­ge­schlos­sen. Spen­dern steht ledig­lich die Steu­er­ermä­ßi­gung nach § 34g Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG zu.

Im Streit­fall wand­te der Klä­ger einer kom­mu­na­len Wäh­ler­ver­ei­ni­gung Beträ­ge zu, die die nach § 34g EStG begüns­tig­ten Aus­ga­ben über­stie­gen. Der nicht begüns­tig­te Teil­be­trag soll­te als Spen­de nach § 10b Abs. 2 Satz 1 EStG berück­sich­tigt wer­den.

Das Finanz­amt lehn­te den Spen­den­ab­zug ab, da die kom­mu­na­le Wäh­ler­ver­ei­ni­gung kei­ne Par­tei i.S. des § 2 PartG sei. Kla­ge und Revi­si­on blie­ben erfolg­los.

Nach Ansicht des BFH ist die feh­len­de Begüns­ti­gung von Spen­den und Bei­trä­gen an kom­mu­na­le Wäh­ler­ver­ei­ni­gun­gen ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich und ver­letzt deren Chan­cen­gleich­heit auf kom­mu­na­ler Ebe­ne nicht. Dies ent­spre­che der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts (BVerfG), wel­ches wie­der­holt zu die­ser Fra­ge ent­schie­den habe. Die gel­ten­den Höchst­be­trä­ge stimm­ten infla­ti­ons­be­dingt im Wesent­li­chen mit den vom BVerfG über­prüf­ten Beträ­gen über­ein. Auch habe sich das recht­li­che Umfeld auf kom­mu­na­ler Ebe­ne nicht wesent­lich ver­än­dert. Schließ­lich sei zu berück­sich­ti­gen, dass der Gesetz­ge­ber bei der sog. mit­tel­ba­ren Par­tei­en­fi­nan­zie­rung die beson­de­ren Auf­ga­ben der Par­tei­en auf regio­na­ler wie über­re­gio­na­ler Ebe­ne zu beach­ten habe.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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