, Beschluss vom 01.08.2019

Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 47 vom 01. August 2019

Häus­li­ches Arbeits­zim­mer: Kein Abzug für Umbau des pri­vat genutz­ten Bade­zim­mers

Urteil vom 14.5.2019 VIII R 16/15

Kos­ten für den Umbau eines pri­vat genutz­ten Bade­zim­mers gehö­ren nicht zu den abzieh­ba­ren Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 14. Mai 2019 — VIII R 16/15 ent­schie­den.

Im Streit­fall hat­ten die zusam­men ver­an­lag­ten Klä­ger im Jahr 2011 das Bade­zim­mer und den vor-gela­ger­ten Flur in ihrem Eigen­heim umfas­send umge­baut. In dem Eigen­heim nutz­te der Klä­ger ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer für sei­ne selb­stän­di­ge Tätig­keit als Steu­er­be­ra­ter, das 8,43% der Gesamt­flä­che aus­mach­te. Der Klä­ger mach­te für das Streit­jahr 8,43% der ent­stan­de­nen Umbau-kos­ten gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Sät­ze 2 und 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes als Betriebs-aus­ga­ben im Zusam­men­hang mit sei­nem häus­li­chen Arbeits­zim­mer gel­tend. Die­se Auf­wen­dun­gen in Höhe von rund 4.000 € berück­sich­tig­te das FA – mit Aus­nah­me der Kos­ten für den Aus­tausch der Tür zum Arbeits­zim­mer – nicht. Das hat der BFH nun­mehr als dem Grun­de nach zutref­fend ange­se­hen.

Nach dem Urteil des BFH sind Reno­vie­rungs- oder Repa­ra­tur­auf­wen­dun­gen, die wie z.B. Schuld-zin­sen, Gebäu­de-AfA oder Müll­ab­fuhr­ge­büh­ren für das gesam­te Gebäu­de anfal­len, zwar nach dem Flä­chen­ver­hält­nis auf­zu­tei­len und damit antei­lig zu berück­sich­ti­gen. Nicht antei­lig abzugs­fä­hig sind jedoch Kos­ten für einen Raum, der wie im Streit­fall das Bade­zim­mer und der Flur der Klä­ger aus­schließ­lich –oder mehr als in nur unter­ge­ord­ne­tem Umfang– pri­va­ten Wohn­zwe­cken dient. Erfol­gen Bau­maß­nah­men in Bezug auf einen pri­vat genutz­ten Raum, fehlt es an Gebäu­de­kos­ten, die nach dem Flä­chen­ver­hält­nis auf­zu­tei­len und antei­lig abzugs­fä­hig sind.

Da das Finanz­ge­richt (FG) kei­ne hin­rei­chen­den Fest­stel­lun­gen zu eben­falls strei­ti­gen Auf­wen-dun­gen für Arbei­ten an Roll­lä­den des Hau­ses der Klä­ger getrof­fen hat­te, konn­te der BFH aller­dings in der Sache nicht abschlie­ßend ent­schei­den und ver­wies die Sache an das FG zurück. Soll­te es dabei um die Roll­la­den­an­la­ge des Wohn­zim­mers gegan­gen sein, lägen auch inso­weit kei­ne ab-zieh­ba­ren Auf­wen­dun­gen vor.

sie­he auch: Urteil des VIII. Senats vom 14.5.2019 — VIII R 16/15 -

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